Pensionierungsregelung: Details sind nun bekannt

Pensionierungsregelung: Details sind nun bekannt © EZV
10.04.2019

Ende November 2018 hatte der Bundesrat entschieden, das Rentenalter für Angehörige des Grenzwachtkorps und des Berufsmilitärs von 60 auf 65 Jahre anzuheben. Heute hat der Bundesrat über die dazugehörige Verordnung entschieden. Damit sind nun auch die Details, wie der Entscheid umgesetzt werden soll, bekannt. Die Ausgestaltung der neuen Regelungen ist für transfair grossmehrheitlich annehmbar.

Mit seinem Entscheid, das Rentenalter der besonderen Personalkategorien anzuheben, hatte der Bundesrat für Ärger und Frustration bei den betroffenen Mitarbeitenden gesorgt. Über zwei Jahren setzte sich transfair intensiv für faire Lösungen ein und hat mit Bundesrat, Parlament und Verwaltung über mögliche Szenarien diskutiert und verhandelt.
 
Nun geht es um die Details
Der letzte Schritt im Prozess der Rentenaltererhöhung hat der Bundesrat mit der Inkraftsetzung der revidierten Verordnung über die Pensionierung von Angehörigen der besonderen Personalkategorien (VPABP) vollzogen. Darin werden die Details des Bundesratsentscheides geregelt. transfair hatte dazu Stellung genommen.
 
Höhere Sparbeiträge
Wesentliche Eckpunkte der neuen Verordnung ist die Einführung von zusätzlichen, vom Arbeitgeber bezahlten Sparbeiträgen. Somit bleibt eine Pensionierung ab Alter 62 zu vergleichbaren Konditionen wie mit dem heutigen System möglich. Weg fällt jedoch der Anspruch auf eine vollständig ausfinanzierte Überbrückungsrente. Der Arbeitgeber beteiligt sich neu anteilsmässig nach Lohnklasse an der Überbrückungsrente. Bei einer Pensionierung mit 62 und einer Funktion in Lohnklasse 12 bis 17 beträgt die Beteiligung beispielsweise 60 Prozent.
 
Ausbildungsjahre sind Dienstjahre
Bei der Berechnung der Dienstjahre wird auch die Ausbildungszeit mit angerechnet. In Genuss der Übergangsfrist kommen damit alle Mitarbeitenden, die entweder vor dem 1. Januar 1970 geboren oder vor dem 1. Januar 1997 beim Grenzwachtkorps oder der Armee angestellt wurden.
 
Einmalzahlung als Kompensation
Mitarbeitende, die die Kriterien der Übergangsfristen nicht erfüllen, werden finanziell entschädigt. Abhängig von den geleisteten Dienstjahren werden bis zu 71100 CHF auf das individuelle Altersguthaben bei der PUBLICA einbezahlt. Die Verordnung tritt per1. Mai 2019 in Kraft. Die Übergangsfristen laufen ab 1. Januar 2020.
 
Entscheid unverständlich, Umsetzung aber akzeptabel
Für transfair ist der Entscheid, das Rentenalter anzuheben, nach wie vor unverständlich. Obwohl die körperlichen Belastungen sowie die erbrachte Mehrarbeit unbestritten sind, liess sich der Bundesrat nicht von seinem Kurs abbringen. Da nützten auch die zahlreichen Gespräche und Interventionen von transfair nichts.
 
Die Art und Weise, wie dieser Grundsatzentscheid nun umgesetzt wird, ist für transfair im Grossen und Ganzen akzeptabel. Einzig bei der Übergangsfrist hatte sich transfair für eine längere Regelung eingesetzt.
 
Für transfair steht nun im Fokus, dass beim Gesundheitsschutz, beispielsweise durch Anpassungen bei der Ausrüstung, und bei den beruflichen Karrieren weitere Schritte folgen. Nur dann ist diese politisch verlangte Rentenaltererhöhung an der Front so umsetzbar, dass die betroffenen Mitarbeitenden bei guter Gesundheit in Pension gehen können.
Einsatzbereiche
Bundesverwaltung, EZV, Grenzwachtkorps, VBS