PUBLICA: Kein Ausspielen von Abfederungs- gegen Lohnmassnahmen!

PUBLICA: Kein Ausspielen von Abfederungs- gegen Lohnmassnahmen! © tunedin/fotolia
22.09.2017

Mit der Senkung des technischen Zinssatzes der PUBLICA drohen den Versicherten Verluste auf ihren zukünftigen Renten. Der Bund als Arbeitgeber will dies mit 200 Millionen Franken abfedern. Das ist richtig so, wird die berufliche Vorsorge ja von Arbeitgeber und Arbeitnehmenden gemeinsam getragen. Nicht richtig ist hingegen, dass er dafür auch die Mittel für den Teuerungsausgleich auf den Löhnen verwenden will.

Das anhaltend tiefe Zinsniveau und die steigende Lebenserwartung sorgen dafür, dass zahlreiche Pensionskassen ihre technischen Grundlagen anpassen müssen. Auch die PUBLICA beabsichtig deshalb per 1. Januar 2019 den technischen Zinssatz und den Umwandlungssatz zu senken. Ohne dass diese Anpassungen abgefedert werden, drohen die künftigen Renten um rund zehn Prozent tiefer auszufallen.

transfair kämpft schon seit Monaten für Abfederungsmassnahmen
Seit Monaten arbeitet transfair deshalb in den verschiedensten Gremien, genauer gesagt in der Kassenkommission, im Paritätischen Organ des Vorsorgewerkes Bund und im Rahmen des Begleitausschusses der Sozialpartner, daran, diese Anpassungen möglichst auffangen zu können. Im August 2017 fand dazu eine Verhandlungsrunde mit Bundesrat Ueli Maurer statt. Dort haben die Sozialpartner  über die Finanzierung der bis anhin diskutierten Abfederungsmassnahmen verhandelt.

Für die Personalverbände war dabei klar: Es braucht eine namhafte Beteiligung des Arbeitgebers. Die Reserven der PUBLICA reichen alleine nicht aus, um die drohenden Rentensenkungen aufzufangen. Ohne eine Erhöhung der Sparbeiträge und ohne Einmaleinlagen durch den Arbeitgeber geht es nicht. Es ist deshalb absolut richtig, dass der Bundesrat nun entschieden hat, insgesamt 200 Millionen Franken aufzuwenden, um die künftigen Leistungseinbussen zu einem grossen Teil auffangen zu können.

So werden sich die Einbussen auf den künftigen Renten, abhängig vom Alter, bei 5 bis 2,8 Prozent bewegen. Für Mitarbeitende, die zum Zeitpunkt der Umsetzung 60 Jahre und älter sind, wird der Verlust bei maximal 2,8 Prozent liegen.

Abfederungsmassnahmen nicht auf Kosten der Mitarbeitenden!
Nicht richtig ist es aber, dass der Bundesrat einen Teil seiner Aufwendungen nun durch die Arbeitnehmenden bezahlen lassen will, indem er die für die Lohnmassnahmen eingestellten finanziellen Mittel dafür verwenden will. Die Arbeitnehmenden leisten bereits über die Reserven der PUBLICA, über eine mögliche Senkung des Deckungsgrades und über die nicht ausfinanzierten Rentenverluste einen erheblichen Beitrag. Zudem ist nach zwei Jahren ohne generelle Lohnmassnahme und angesichts einer voraussichtlichen Teuerung von 0,5 Prozent eine Lohnmassnahme überfällig.

Im November 2017 ist eine weitere Lohnverhandlungsrunde mit Bundesrat Maurer vorgesehen. transfair wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass neben den Beiträgen an die Pensionskasse zumindest die Teuerung ausgeglichen werden wird.
Einsatzbereiche
Bundesverwaltung, PUBLICA