EZV-Umfrage mit deutlichen Resultaten

EZV-Umfrage mit deutlichen Resultaten ©MH/AdobeStock
01.09.2020

Am Sozialpartnertreffen vom 20. August präsentierte transfair den Verantwortlichen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) die Resultate seiner Umfrage. In Einklang mit diesen eindeutigen Resultaten fordert transfair die Lockerung des starren Schutzwesten-Obligatoriums. Weiter brachte transfair Forderungen nach einem Zeichen der Wertschätzung für die geleistete Arbeit während der Corona-Krise ein. Die EZV zeigt sich gesprächsbereit.

Umfrage mit klaren Aussagen

Zwischen Januar und März 2020 hat transfair die Meinung des EZV-Personals zu aktuellen und drängenden Fragen abgeholt. Über 300 Personen haben sich beteiligt und klare Aussagen gemacht.
 
Was besonders ins Auge sticht ist die Antwort auf die Frage zum Schutzwesten-Obligatorium. So sind weit über 80 Prozent der Ansicht, dass das Schutzwesten-Obligatorium in seiner jetzigen, strikten Form nicht sinnvoll ist. Für eine Mehrheit (über 80 Prozent) ist zudem klar: die Ausrüstung muss dringend verbessert werden, denn sie ist zu schwer, schränkt die Bewegungsfreiheit zu stark ein und in den heissen Sommertagen sie erst recht zur Qual. Nennenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass über 60 Prozent der Befragten angegeben haben, dass sie aufgrund ihrer Ausrüstung bereits gesundheitliche Probleme hatten.
 
Für transfair ist deshalb klar, dass über die Schutzweste und ihre Anwendung diskutiert werden muss. Dieses Gespräch findet am 12. November 2020 statt.

DaziT macht Sorgen

Das Projekt DaziT bereitet den Mitarbeitenden der EZV grosse Bauchschmerzen. Über 80 Prozent fühlen sich nicht oder nur teilweise genügend über die anstehenden Änderungen für die Zollverwaltung und ihren Beruf informiert. Sorgen machen vor allem Veränderungen bei der Arbeitssituation und beim Berufsbild. Über ein Drittel geht davon aus, dass sich DaziT in diesen Bereichen für sie negativ auswirken wird.
 
Die Befürchtungen des Personals sind zahlreich
  • Verlust der beruflichen Identität
  • Qualitätsverlust bei der Arbeit
  • Verschlechterung der Arbeitsbedingungen unter anderem aufgrund von Nacht- und Wochenendarbeit
  • drohende Lohneinbussen
  • Arbeitsplatzverlust. 
Für transfair ist klar: Will die EZV ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesen Transformationsprozess mitnehmen, wartet noch viel Arbeit. Die Befürchtungen der Mitarbeitenden müssen ernst genommen werden. transfair wird aktiv begleiten, sich einbringen und mit seinen Mitgliedern in den Arbeitsgruppen zur kulturellen Transformation mitarbeiten.
 
Alle Resultate der Umfrage finden Sie hier.

transfair fordert Zeichen der Wertschätzung

Es war und ist eine schwierige Zeit für die Mitarbeitenden der Zollverwaltung. Durch die Grenzschliessung waren sie an vorderster Front mit den Auswirkungen der Corona-Krise konfrontiert. Für transfair ist deshalb klar, dass es für all diejenigen, die in dieser Zeit besonderes geleitstet haben, ein Zeichen der Anerkennung braucht.
 
Am Sozialpartnertreffen mit der EZV hat transfair das Thema deshalb vorgebracht. Die EZV begrüsst diese Initiative und ist im Grundsatz damit einverstanden. Es werden nun Gespräche zwischen den Personalverbänden und der EZV dazu stattfinden.
 
Ein weiteres Anliegen der Mitglieder von transfair war, dass die Zielvorgaben den Gegebenheiten angepasst werden. Es darf nicht sein, dass nun Druck auf die Mitarbeitenden ausgeübt wird, um auf Teufel komm raus gesteckte Ziele zu erreichen. Die besondere Lage mit der Grenzschliessung muss entsprechend berücksichtigt werden. Die EZV hat diesen Punkt entgegengenommen und wird ihn intern diskutieren
Einsatzbereiche
EZV, Grenzwachtkorps