EZV: Noch keine Einigung zu Schutzwesten

EZV: Noch keine Einigung zu Schutzwesten © EZV AFD
17.09.2019

Das seit Anfang des Jahres geltende Schutzwesten-Obligatorium sorgt bei Grenzwächterinnen und Grenzwächtern für Unmut. transfair hat deshalb bereits mehrmals – sowohl auf regionaler Ebene als auch in Bern – interveniert; zuletzt wegen der erhöhten Gesundheitsrisiken durch die grosse Hitze. Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) zeigt für dieses Anliegen bis jetzt noch wenig Gehör. transfair lässt sich davon nicht entmutigen und setzt sich weiterhin für seine Mitglieder ein.

Die Arbeit unter freiem Himmel und mit schwerer Ausrüstung ist für Grenzwächterinnen und Grenzwächter gerade an Hitzetagen eine hohe Belastung. Diese wurde Anfang des Jahres noch grösser, denn seither besteht ein Obligatorium zum Tragen der Schutzweste. transfair hatte diesbezüglich bei der EDZ interveniert und gefordert, dass im Zuge der Risikoabwägung auch der Gesundheitsschutz der Grenzwacheangehörigen einbezogen werden muss.
 
Gesundheitsschutz geht vor
Bei der Abwägung, ob eine Schutzweste eingesetzt wird oder nicht, muss aus Sicht von transfair neben dem Risiko eines tätlichen Angriffes zwingend auch das Gesundheitsrisiko, das durch das Tragen dieser zusätzlichen Ausrüstung entsteht, berücksichtigt werden. transfair hatte deshalb das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) miteinbezogen, um gemeinsam mit der EZV über die hitzebedingten Gesundheitsrisiken, die die Schutzwesten mit sich bringen, zu diskutieren. Dabei forderte der Personalverband unter anderem den Einbezug von externen Experten in die Risikoabwägung. Des Weiteren hatte transfair auf Trinkwasservorräte und angepasste Pausenzeiten während der Hitzeperioden gedrängt.
 
Noch keine Einigung
Die EZV hat in Bezug auf Trinkwasser bereits reagiert. Auch bezüglich Pausen soll das Kader auf die besondere Situation während der Hitzephasen sensibilisiert werden. Noch keine Einigung gibt es aber in Hinblick auf die Tragepflicht der Schutzwesten. Die EZV will im Moment keine Massnahmen treffen, sondern erst nach einer einjährigen Evaluationsphase ein Fazit ziehen. Den Einbezug der Sozialpartner hat die EZV zugesichert. transfair wird bei dieser Gelegenheit wieder seine Argumente vorbringen.
 
Dialog wird weitergeführt
Aufgrund der laufenden Weiterentwicklung der EZV werden die Sozialpartner ihren Austausch intensivieren und sich quartalsweise zu Aussprachen treffen. Die nächste Sitzung findet Ende Oktober 2019 statt.
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