@Home – Die Bundesverwaltung im Homeoffice

@Home – Die Bundesverwaltung im Homeoffice © MT-R/Adobe Stock
16.02.2021

Homeoffice verbreitet sich auch bei der Bundesverwaltung. transfair ist bei der Anpassung der Spielregeln mit dabei. Homeoffice ist zumindest für Teile der Bundesverwaltung kein Neuland. Trotzdem stellte die Corona-Krise die Verwaltung vor Herausforderungen und führt zu neuen Erkenntnissen und Erfahrungen. Die Bundespersonalverordnungen werden deshalb angepasst.

Homeoffice und mobiles Arbeiten sind in der Bundesverwaltung schon seit Langem keine Fremdwörter mehr. Wenn auch längst nicht in allen Ämtern und Bereichen und nicht immer ohne Störgeräusche, so waren diese Konzepte bereits vor der Corona-Krise verbreitet und in Anwendung. Mit Corona sind nun auch jene Bereiche der Verwaltung, für die Homeoffice vorher unvorstellbar war, vollends in der digitalisierten Arbeitswelt mit all ihren Möglichkeiten und Herausforderungen angekommen.

Gesammelte Erfahrungen nutzen

Nun, nachdem die Verwaltung während gut eines Jahres mit weitgehender Arbeit im Homeoffice einiges an Erfahrungen gesammelt hat, sollen erste Anpassungen an den geltenden Regeln vorgenommen werden. Auch die Mitarbeitenden habe ihre Erfahrungen gemacht und Vor- und Nachteile des Arbeitens von zu Hause aus kennengelernt. Diese beiden Sichtweisen gilt es nun zu vereinen.

Regelungsbedarf vorhanden

Zu regeln gibt es einige Punkte. So muss die Frage geklärt werden, wie sich die Arbeitgeberin an den Kosten für das Homeoffice beteiligt. So zum Beispiel an Strom, Miete, Internetverbindung etc. Die Arbeitsplätze müssen auch in den eigenen vier Wänden über die notwendige Infrastruktur verfügen. Insbesondere in Anbetracht des Gesundheitsschutzes. Arbeitsfläche, Bildschirme und Bürostuhl müssen etwa den Ansprüchen genügen. Denn auch wenn von zu Hause aus gearbeitet wird, ist der Arbeitgeber dafür verantwortlich, dass die Gesundheit seiner Mitarbeitenden geschützt wird.

transfair bringt sich ein

Noch im Dezember 2020 hatte das Eidgenössische Personalamt mit transfair eine erste Diskussion zu möglichen Änderungen geführt. Dabei wurden die Positionen zu einigen Eckwerten ausgetauscht. Als nächster Schritt folgt nun die Ämterkonsultation, in der sich neben der Verwaltung auch transfair nochmals ausführlich zu den vorgesehenen Anpassungen äussern kann. Bis zum Abschluss dieses Verfahrens und zum Entscheid des Bundesrates können sich die Inhalte noch verändern. Die Inkraftsetzung ist auf Mitte 2021 angedacht. transfair informiert weiter.
 

Arbeiten Beamte überhaupt?

Kommentar von Branchenleiter Matthias Humbel

Was machen die Mitarbeitenden des Bundes im Homeoffice? Arbeiten diese denn da auch? Ein SVP-Nationalrat erkundigte sich in einer Frage an den Bundesrat im Sommer 2020 – mitten in der Pandemie, zwischen erster und zweiter Welle wohlgemerkt –, wann denn die «Beamten» wieder in die Büros zurückkommen würden. Nicht etwa aus Sorge um fehlende soziale Kontakte der Bundesangestellten. Nein, er zeigte sich besorgt darüber, ob denn die Bundesangestellten zu Hause auch wirklich arbeiten würden!
 
Offenbar ist der gute Herr nicht mehr ganz à jour … Beamte gibt es beim Bund seit 2002 nicht mehr. Und dass Homeoffice kein Synonym für «blaumachen» ist, müsste spätestens seit der ersten Corona-Welle auch bei den konservativsten Arbeitgebern angekommen sein. Aber um es nochmals klar zu formulieren: Ja, Homeoffice ist eine mittlerweile breit anerkannte Arbeitsform. Ja, auch «Beamte» – oder eben die Mitarbeitenden der Bundesverwaltung – arbeiten, wenn sie im Homeoffice sind. Und das mit ebenso viel Elan und Motivation.
 
Die Anschuldigungen sind gegenstandslos: Während der Corona-Krise hat die Bundesverwaltung den Beweis erbracht, dass sie auch im Homeoffice enorm leistungsfähig und -willig ist, und stellt damit ihre Wichtigkeit für die Schweizer Bevölkerung und Wirtschaft unter Beweis. Man muss sich als Parlamentarier deswegen nicht gleich aus Dankbarkeit überschlagen. Aber etwas Anerkennung und Respekt für die Arbeit der Verwaltung wären doch angebracht.
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