Start-up Further at Work zieht Bilanz

Start-up Further at Work zieht Bilanz
10.12.2020

Seit knapp einem halben Jahr gibt es das Start-up Further at Work – eine Zusammenarbeit von transfair mit Angestellte Schweiz. Manuel Murer, stellvertretender Geschäftsführer von transfair, und Pierre Derivaz von Angestellte Schweiz leiten die Geschicke von Further at Work. transfair hat mit Letzterem über die spannende Gründungszeit gesprochen.

Seit dem 1. Juli 2020 gibt es Further at Work (F@W). Wie ist die Idee für diese Zusammenarbeit entstanden?
Was transfair und Angestellte Schweiz (AS) verbindet, ist die Bereitschaft, innovative Lösungen für die Arbeitswelt zu suchen. Daraus hat sich dieser gemeinsame, aber dennoch eigenständige Weg ergeben.

Ihr habt euch dazu entschieden, ein Start-up zu gründen. Weshalb gerade diese Unternehmensform?
Durch die Gründung eines Start-ups machen beide Verbände ihre Leistungen einem breiteren Publikum zugänglich – und das, ohne sich selbst oder seine Mitglieder zu konkurrenzieren. Gleichzeitig bewahrt jeder Verband seine Identität, seine Strukturen und Kernkompetenzen.

Was genau steckt hinter diesem modernen Namen Further at Work?
Die wenigsten wissen es, aber das AT steht für Angestellte Schweiz und Transfair. Gleichzeitig drückt der englische Name aus, dass die Verbände für die digitale Zukunft bereit sind und ihre Kundschaft am Arbeitsplatz weiterbringen.

F@W bietet «on demand»-Beratungsdienstleistungen an. Ist das die Zukunft der Personalverbände?
Sie sind eine Ergänzung, kein Ersatz. Nur mit On-demand-Angeboten können wir die Arbeitswelt nicht nachhaltig verbessern. Dafür braucht es das kollektive Gewicht und die langfristige Arbeit von Arbeitnehmerverbänden. On-demand-Dienstleistungen sind aber ein aktuelles Bedürfnis, dem F@W gerecht wird.

Besteht die Gefahr, dass das Angebot von F@W mit der Mitgliedschaft bei transfair konkurriert?
Aus meiner Sicht ist dieses Risiko etwa so gross wie die Gefahr, dass der rechte Schuh mit dem linken konkurriert. Es gibt Ähnlichkeiten zwischen den beiden und sie laufen gewollt in dieselbe Richtung. Aber das Publikum ist nicht das gleiche und eine Mitgliedschaft bei einem Personalverband bietet so viel mehr als nur eine Dienstleistung.

Knapp sechs Monate nach der Gründung lohnt sich ein Blick zurück: Was hat euch bis jetzt am meisten Freude bereitet und wo gibt es noch Stolpersteine?
Die Mitarbeitenden von transfair kennenzulernen und mit ihnen zusammenzuarbeiten, macht sehr viel Spass. Die grösste Herausforderung ist – wie für jedes Start-up –, sichtbar zu werden. Wir haben hervorragende Dienstleistungen und unschlagbare Preise. Nun müssen wir dieses Angebot an die Kunden bringen.

Wem konntet ihr bis jetzt unter die Arme greifen? Gibt es einen Fall, an den ihr euch besonders gerne erinnert?
Mir ist das Beispiel eines Klienten in Erinnerung geblieben, der neu in die Schweiz gezogen war, um hier erstmalig zu arbeiten. Gewerkschaften haben ausnahmslos Sperrfristen für die Dienstleistungen ihrer Rechtsdienste und wiesen ihn allesamt ab. F@W konnte ihm sofort helfen. Für ihn war aber klar, dass das eine das andere nicht ausschliesst, und er hat angekündigt, einem Verband beitreten zu wollen.

F@W gibt es nun seit einem knappen halben Jahr. Wie ist euer Fazit?
Das Fazit ist, dass ein Interesse da ist für innovative Lösungen. Im nächsten Jahr wollen wir noch sichtbarer werden.

Weitere Infos über die Dienstleistungen von Further at Work gibt es unter www.furtheratwork.ch.