RESPECT8-3.CH: transfair setzt sich mit Nachdruck für Lohngleichheit ein

RESPECT8-3.CH: transfair setzt sich mit Nachdruck für Lohngleichheit ein © nito/AdobeStock
30.06.2020

Die Lohngleichheit zwischen Frau und Mann ist ein Schwerpunktthema für transfair. Der Personalverband setzt sich innerhalb seiner Branchen für die Gewährleistung der Lohngleichheit ein und freut sich, dass seine Sozialpartner in dieser Hinsicht gut dastehen. Per 1. Juli 2020 tritt das revidierte des Bundesgesetzes über die Gleichstellung von Frau und Mann (GlG) in Kraft. Eigentlich sollten nun Unternehmen mit mehr als 100 Angestellten eine Lohngleichheitsanalyse durchzuführen. Weil keine Kontrollen vorgesehen sind, haben transfair, Travail.Suisse und weitere Organisationen die Plattform RESPECT8.3.ch lanciert und verstärken so den Kampf gegen Lohndiskriminierung.

Auch wenn transfair in seinen Branchen bei GAV-Verhandlungen, bei Lohnverhandlungen oder bei der Entwicklung von fairen und transparenten Lohnsystemen überdurchschnittlich gute Arbeit leistet, so zeigen die Zahlen eines: In Sachen Lohngleichheit muss die Schweiz noch Fortschritte machen. Durchschnittlich verdienen Frauen monatlich 1’455 CHF weniger als Männer (Zahlen 2016 des Eidgenössischen Büros für Gleichstellung von Frau und Mann). Die Differenz beträgt im Durchschnitt 18,3 Prozent. Klar, Teilzeitarbeit, unterschiedliche Ausbildungsniveaus, verschiedene Dienstjahre sind gute Gründe, weshalb der Lohn unterschiedlich sein kann. Jedoch ist fast die Hälfte dieser Unterschiede unerklärt und somit diskriminierend. Dies bedeutet, dass Frauen nur aufgrund ihres Geschlechts weniger verdienen!
 
Dass das Gleichstellungsgesetz endlich revidiert wurde, ist also per se eine gute Sache. Für Unternehmen mit über 100 Angestellten bedeutet die Änderung, dass sie ab 1. Juli 2020 12 Monate Zeit haben, um eine Lohngleichheitsanalyse durchzuführen. Dass das GlG jedoch keine Kontrolle vorsieht, ist ungenügend und fahrlässig. Aus diesem Grund haben sich transfair, Travail.Suisse und andere Organisationen proaktiv zusammengetan und die Plattform RESPECT8-3.ch lanciert.
 
Ziel dieser Plattform? Unternehmen, die ihre Löhne ohne gesetzliche Verpflichtung geprüft haben (d.h. vor dem 1. Juli 2020), können sich registrieren lassen, werden in einer Liste erscheinen und sich so als Pioniere der Lohngleichheit profilieren. Unternehmen mit über 50 Angestellten können sich ebenfalls eintragen lassen, so ihr Engagement im Kampf gegen die Lohndiskriminierung beweisen und sich als fairer Arbeitgeber positionieren. Die Plattform wird in Zukunft durch eine schwarze Liste ergänzt mit Unternehmen, die sich nicht an die Vorgaben der GlG-Revision halten.

Die Sozialpartner von transfair stehen gut da und nehmen Vorreiterrolle ein

transfair setzt sich täglich für seine Mitglieder und für faire, ausgewogene Arbeitsbedingungen ein. Lohngleichheit ist eines seiner Schwerpunktthemen. Der Personalverband begrüsst, dass die meisten seiner Sozialpartner die Lohngleichheit innerhalb ihrer Unternehmen bereits prüfen.
 
Im Rahmen des neu lancierten Projekts RESPECT8-3.ch hat transfair mit den meisten seiner Sozialpartner Kontakt aufgenommen und ihnen nahegelegt, mitzumachen. Der Personalverband freut sich über ein insgesamt positives Feedback und darüber, dass seine vier grössten Sozialpartner Post CH AG, SBB AG, Swisscom AG und der Bund positiv reagiert haben. Dies ist der Beweis einer gut funktionierenden Sozialpartnerschaft. transfair begrüsst die Lancierung der Plattform RESPECT8.3.ch und hofft, dass dieses Projekt dazu beiträgt, den Kampf gegen die Lohndiskriminierungen auch im Privatsektor zu beschleunigen.
 
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Einsatzbereiche
Vereinbarkeit Beruf und Familie, Service Public, Politik