Offener Brief an die Angestellten im Service Public

Offener Brief an die Angestellten im Service Public © transfair
19.05.2016
Liebe transfair Mitglieder
Liebe Angestellte im Service Public
 
Am 5. Juni stimmen wir über die Pro Service Public Initiative ab. Ich bitte euch – in eurem eigenen Interesse – diese Initiative zu abzulehnen und in eurem Einflussbereich so viele Leute wie nur möglich zu mobilisieren, damit sie dies auch tun.
 
Die Initiative nimmt Unmut und Ärger auf, welcher auch unter unseren Mitgliedern und allgemein unter den Bediensteten im öffentlichen Dienst anzutreffen ist. Auch in unseren Kreisen ist man verärgert, wenn Poststellen schliessen, wenn Zugbegleiter abgebaut werden und wenn die Lohnschere zwischen den Chefs und den Büezern unverständlich gross wird. Was die Konsumentenzeitschriften als Urheber der Initiative nun aber machen, ist hochgradig verwerflich: Sie nimmt diesen Ärger auf, vermischt ihn mit unerreichbaren Träumen nach der guten alten Zeit und macht damit Stimmung und Marketing für die eigenen Heftli. Und dies alles auf eurem Buckel!
 
Es wird nämlich zu eurem Schaden sein, sollte diese Initiative angenommen werden. Das Gewinnverbot der Initiative wird eure Unternehmungen daran hindern, sich weiterzuentwickeln. Die Unternehmen werden geschwächt und Arbeitsplätze gehen verloren. Das Verbot der Querfinanzierung wird dazu führen, dass die flächendeckende Grundversorgung in Frage gestellt wird. Auch dies wird zu einem Leistungsabbau und dadurch zu Arbeitsplatzverlust führen. Und letztlich wird das Lohndiktat der Initiative ganz direkt eure Löhne treffen: Die Löhne der spezialisierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der bundesnahen Betriebe müssten auf jene der Bundesverwaltung gesenkt werden. Das ist unfair und gleichzeitig schädlich für die Unternehmen, welche in einem harten Kampf um qualifiziertes Personal stehen.
 
Wenn ihr euch ärgert über Entscheide eurer Unternehmungen, mit denen ihr euch so stark identifiziert, oder wenn ihr unzufrieden seid mit euren Anstellungsbedingungen, so wendet euch an uns. Dafür ist euer Personalverband da und dafür gibt es die funktionierende Sozialpartnerschaft. Die Service Public Initiative versucht, euch zu verführen, indem sie euch vorgaukelt, euch zu dienen. Das tut sie nicht – sie müsste eigentlich „Contra Service Public Initiative“ heissen!
 
Setzen wir also gemeinsam ein Zeichen für die Grundversorgung unseres Landes, für eure Unternehmen und ganz besonders für alle Angestellten im Service Public. Helft mit, diese Initiative abzulehnen und mobilisiert so viel wie möglich für ein NEIN am 5. Juni.
 
Ich danke euch herzlich und freue mich darauf, euch – den Trägerinnen und Trägern der weltweit besten öffentlichen Dienstleistungen – weiterhin dienen zu dürfen.
 
Beste Grüsse
 
Stefan Müller-Altermatt
Präsident transfair

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