Ja zur KVI – ja zu sicheren Arbeitsbedingungen, weltweit!

Ja zur KVI – ja zu sicheren Arbeitsbedingungen, weltweit!
16.11.2020

Am 29. November 2020 stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung unter anderem über die sogenannte Konzernverantwortungsinitiative (KVI) ab. Gute und sichere Arbeitsbedingungen; das ist eines der Hauptanliegen von transfair. Was in der Schweiz gilt, soll auch im Ausland gelten. Deshalb sagt transfair klar Ja zur KVI.

Die Initiative «für verantwortungsvolle Unternehmen – zum Schutz von Mensch und Umwelt», auch bekannt unter dem Namen Konzernverantwortungsinitiative, fordert, dass  Konzerne mit Sitz in der Schweiz Menschenrechte und die internationalen Umweltstandards auch bei ihren Auslandtätigkeiten einhalten. Bei Verstössen müssen sie für die verursachten Schäden geradestehen. Geschädigte Personen sollen das Recht erhalten, eine Zivilklage gegen den betroffenen Konzern einzureichen.

Ein Ja für menschenwürdige Arbeitsbedingungen, auch im Ausland

«transfair verhandelt mit seinen Sozialpartnern hart aber fair, um für die Mitglieder Lohnerhöhungen, fortschrittliche Arbeitsbedingungen und Sozialleistungen zu erreichen.» Dieses Kredo von transfair darf sich nicht nur auf die Sozialpartnerschaft in der Schweiz begrenzen, sondern geht über Landesgrenzen hinaus. Deshalb unterstützt transfair das Anliegen der KVI und empfiehlt sie zur Annahme.

Es darf nicht sein, dass multinationale Konzerne von den guten Rahmenbedingungen der Schweiz profitieren und anderswo gegen Menschenrechte verstossen, indem sie ihre Angestellten unterdrücken und sie unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen arbeiten lassen. transfair unterstützt die KVI, weil es dringend gesetzliche Regelungen braucht, die ermöglichen, dass fehlbare Konzerne zur Rechenschaft gezogen werden können.

Weiterführende Links
> Dokumentarfilm zur Konzernverantwortungsinitiative

Rosa Lídia, eine Augenzeugin, erzählt




Dass die Initiantinnen und Initianten mit ihrer emotionalen Kampagne nicht übertreiben und die Lage prekär ist, hat Rosa Lídia schon mit eigenen Augen gesehen. Brücke · Le pont, das Hilfswerk von transfair, hat mit ihr über ihre Erfahrungen gesprochen.

Rosa Lídia Morais ist seit zehn Jahren lokale Koordinatorin für Brücke · Le pont in Brasilien und engagiert sich unter anderem gegen die moderne Sklaverei. Sie hat in ihrer Laufbahn schon vieles erlebt: «Als lokale Koordinatorin des Entwicklungsprogramms von Brücke · Le pont arbeite ich auch mit Menschen, die der modernen Sklaverei entkommen sind. Ich sehe täglich, wie die Zwangsarbeit auf Plantagen und im Bergbau schlimme Spuren hinterlässt.»

Die energische Brasilianerin lebt im Bundesstaat Piauí, eine der ärmsten Regionen des Landes. Prägend sind die vielen Grossprojekte im Bergbau und in der Landwirtschaft. Diese haben negative ökologische Auswirkungen und es kommt oft zu Landkonflikten zwischen der lokalen Bevölkerung und ausländischen Investoren. Die Arbeits- und Landrechte der Dorfgemeinschaften werden dabei mit Füssen getreten, immer wieder werden ansässige Familien vertrieben.

Kampf gegen die moderne Sklaverei
Auch die Arbeitsbedingungen in den Grossprojekten sind miserabel. Die Arbeitsrechte werden systematisch missachtet. In vielen Fällen halten die Arbeitgeber die Arbeiterinnen und Arbeiter unter katastrophalen Bedingungen auf den Plantagen oder Minen fest. Internationale Studien gehen davon aus, dass allein in Brasilien 369 000 Personen von moderner Sklaverei betroffen sind.

Für Morais ist klar, dass auch die ausländischen Verantwortlichen in die Pflicht genommen werden müssen: «Die Gesellschaft und die Konzerne auf der ganzen Welt dürfen die Augen nicht länger verschliessen. Wir tragen alle die Verantwortung für den Schutz der Arbeitnehmerrechte. Es ist wichtig, dass Länder wie die Schweiz – mit grossen, weltweit tätigen Konzernen – sich auch in den weniger entwickelten Ländern, wo sie tätig sind, für würdevolle Arbeit einsetzen.»
 
Brücke · Le pont, das Hilfswerk von transfair, ist eine der Trägerorganisationen der KVI und setzt sich mit aller Kraft für ein Ja am 29. November 2020 ein. Brücke · Le pont engagiert sich seit mehr als 60 Jahren mit lokalen Projekten in Lateinamerika und Afrika dafür, dass Menschen in Würde arbeiten und leben können.
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