Ja zur Familie!

Ja zur Familie! © Pro-Familia-Schweiz
26.02.2013

Am 3. März stimmen wir über den Familienartikel in der Bundesverfassung ab. Es ist höchste Zeit, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als zentrale Aufgabe zu verankern. Darum braucht es ein überzeugtes Ja zum neuen Familienartikel.

Eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Ausbildung ist seit Längerem ein Kernanliegen von transfair und Travail.Suisse. Dazu gehört „ein bedarfsgerechtes Angebot an familien- und schulergänzenden Tagesstrukturen“,  wie es im Verfassungsartikel heisst. Das bedeutet, dass Bund und Kantone gemeinsam verantwortlich sind, dass genügend Krippenplätze, Tagesschulangebote und weitere familienexterne Betreuungsangebote für Kinder vorhanden sind.
 

Möglichst freie Wahl des Familienmodells

Es gibt heute kein klar dominierendes Familienmodell mehr. Bei der Familiengründung sollen Eltern deshalb möglichst diejenige Aufteilung von Erziehungs- und Erwerbsarbeit zwischen Mutter und Vater wählen können, welche ihnen am meisten entspricht. Das ist nur möglich, wenn sich die heutige Infrastruktur an familienexternen Betreuungsmöglichkeiten verbessert. Und für das gelingende Aufwachsen von Kindern aus Einelternfamilien oder von Kindern aus Familien, welche auf zwei Einkommen angewiesen sind, ist es zentral, dass eine funktionierende Betreuungsinfrastruktur vorhanden ist. Das ist ein Gebot der Chancengleichheit. Der Verfassungsartikel bringt für Eltern also mehr Sicherheit und mehr Wahlfreiheit.
 

Bessere Vereinbarkeit aus demografischer Sicht ein Muss

Heute wissen wir: Viele Paare möchten mehr Kinder, als sie tatsächlich bekommen. Und Mütter würden mehr arbeiten wollen, wenn die Betreuungsinfrastruktur stimmen würde. Für einen funktionierenden Arbeitsmarkt wird es künftig zentral sein, dass das Potenzial der immer besser ausgebildeten Frauen ausgeschöpft wird. Ansonsten droht mit der Alterung der Bevölkerung eine Zuspitzung des Fachkräftemangels. Oder aber immer mehr Frauen verzichten auf Kinder. Bereits heute bleiben vier von zehn Frauen mit einer höheren Ausbildung kinderlos. Geht die Entwicklung weiter, verschlechtert sich das Verhältnis jung zu alt weiter und der demografische Druck, z.B. in der Altersvorsorge, steigt. Eine bessere Vereinbarkeit bringt deshalb positive Effekte auf die Demografie und den Arbeitsmarkt.
  
 

Mehr Vereinbarkeit: Ein Plus für alle

Eine Verpflichtung zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf ergibt aus allen Perspektiven Sinn: Die Familien können durch einen höheren Beschäftigungsgrad ein höheres Einkommen und eine bessere soziale Absicherung erzielen. Der Staat profitiert von zusätzlichen Steuereinnahmen, die Sozialversicherungen von mehr Beiträgen. Die Betriebe können aus einem breiteren Angebot an Arbeitskräften rekrutieren. Für die Kinder selber steigt durch mehr Betreuungsmöglichkeiten und frühen Kontakt zu Gleichaltrigen die Chance auf eine gelingende Integration in die Gesellschaft und später in die Arbeitswelt. Gleichzeitig steigen Wahlfreiheit und Planungssicherheit für Eltern.