Initiative für Vaterschaftsurlaub eingereicht

Initiative für Vaterschaftsurlaub eingereicht © transfair
06.07.2017

Am 4. Juli 2017 haben transfair und die weiteren Mitglieder des Vereins «Vaterschaftsurlaub jetzt!» 107‘106 beglaubigte Unterschriften für den 4-wöchigen Vaterschaftsurlaub bei der Bundeskanzlei eingereicht. Rund 200 Personen aus der ganzen Schweiz haben am gemütlichen Kinderwagenspaziergang teilgenommen und so dem Begehren nach einem Vaterschaftsurlaub ein Gesicht verliehen.

Weil das Parlament über 30 Vorstösse zu Elternzeit oder Vaterschaftsurlaub abgeschmettert hatte, haben am 24. Mai 2016 rund 140 Organisationen die Initiative für einen vernünftigen 20tägigen und flexibel beziehbaren Vaterschaftsurlaub lanciert.
 
Von der Einreichung bis zur Abstimmung
Nach der gestrigen Einreichung der Initiative ist nun der Bundesrat gefordert. Er hat ein Jahr Zeit, seine Botschaft mit einer entsprechenden Abstimmungsempfehlung dem Parlament zu unterbreiten. National- und Ständerat müssen dann innert 1,5 Jahre die Initiative behandeln. Falls Bundesrat oder Parlament einen Gegenvorschlag präsentieren, kann sich der Prozess maximal um ein weiteres Jahr verlängern. 10 Monate nach der Schlussabstimmung kommt die Initiative vors Volk. Bei einem Ja müsste der Vaterschaftsurlaub innerhalb von drei Jahren eingeführt werden. Bei Annahme können wir also spätestens ab 1. Januar 2025 von einem Vaterschaftsurlaub profitieren.
 
Vaterschaftsurlaub ist notwendig und bezahlbar
Dies aus verschiedenen Gründen: einerseits soll der Vaterschaftsurlaub die Vereinbarkeit der Familie fördern und gleichzeitig dem Fachkräftemangel entgegen treten. Andererseits würden auch Mitarbeitende, die heute nicht in GAV mit entsprechenden Bestimmungen sind, von einem Vaterschaftsurlaub profitieren, der seinen Namen auch verdient. Nicht jeder kann es sich leisten oder es mit dem Arbeitgeber vereinbaren, unbezahlten Urlaub zu nehmen oder Ferientage zu opfern.
 
Finanziert würde der Vaterschaftsurlaub, der gemäss Bundesrat maximal 380 Millionen Franken kosten würde, analog dem Mutterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung (EO). Konkret bedeutet das, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmende je 0.06 Lohnprozente mehr einzahlen würden. Bei einem Monatslohn von beispielsweise 6000 Franken wäre das in etwa so viel wie eine Tasse Kaffee.
 
transfair steht für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein
transfair setzt sich seit je her für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein und ist auch aufgrund der oben genannten Vorteile für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub. Deshalb hat transfair an vielen Standaktionen fleissig Unterschriften gesammelt und hat dabei gespürt, dass der Wunsch nach einem Vaterschaftsurlaub gross ist. Auch unsere Mitglieder haben uns mit dem Retournieren der Unterschriftenkarten fleissig unterstützt – herzlichen Dank dafür!
Einsatzbereiche
Vereinbarkeit Beruf und Familie