Der Service Public ist eine tragende Säule

Der Service Public ist eine tragende Säule © transfair
13.08.2020

Während die Corona-Krise die ganze Gesellschaft auf den Kopf gestellt hat, konnte die Grundversorgung aufrechterhalten werden. Dank dem Einsatz seiner Mitarbeitenden hat der Service Public einmal mehr seine existentielle Bedeutung bewiesen, gerade während einer Pandemie. Die Arbeitsplätze in den Branchen von transfair konnten gesichert werden. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage verzichtet transfair teilweise auf generelle Lohnforderungen, wird jedoch wo möglich klare Lohnforderungen stellen.

Sei es an der Front oder im Home-Office, die Mitarbeitenden der Branchen Communication, Post/Logistik, Öffentlicher Verkehr und Öffentliche Verwaltung haben seit Beginn der Corona-Krise eine bemerkenswerte Flexibilität und Anpassungsfähigkeit bewiesen. Sie waren bereits vor der Krise einem spürbaren Druck ausgesetzt und mussten teilweise eine erhöhte Arbeitslast bewältigen und eine Veränderung ihres Berufsalltags in Kauf nehmen (plötzlicher Wechsel zum Home-Office, Einhaltung der Schutzmassnahmen usw.). Diese Mitarbeitenden haben die Aufrechterhaltung des Service Public, des Rückgrats der Schweiz, gewährleistet.

Die Sozialpartner von transfair haben für ihr Personal faire Arbeitsbedingungen aufrechterhalten. Vor dem schwierigen wirtschaftlichen Hintergrund verzichtet transfair auf generelle Lohnforderungen in den Branchen Öffentliche Verwaltung und Öffentlicher Verkehr. Der Personalverband fordert jedoch eine deutliche Anerkennung des Personals und den Erhalt der Arbeitsplätze.

Communication: die Mitarbeitenden haben einen grossartigen Einsatz geleistet

Die Swisscom Mitarbeitenden haben seit Beginn der Krise bemerkenswerte Solidarität bewiesen. Im Home-Office oder an der Front (die Swisscom Shops blieben geöffnet, das cablex Personal arbeitete vor Ort am Wohnsitz der Kunden) waren die Grundleistungen der Telekommunikation gewährleistet.

transfair wird im Herbst 2020 die genaue Tragweite der Lohnforderungen 2021 festlegen. Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Lage wird transfair den Schwerpunkt auf den Erhalt der Arbeitsplätze legen. Ausserdem wird transfair von Swisscom ein deutliches Zeichen der Anerkennung zugunsten des Personals fordern.

Post/Logistik: Lohnforderungen, unter anderem in Form einer Prämie

In allen Bereichen der Post war ein hochwertiger Service Public gewährleistet, trotz einer deutlichen Zunahme der Arbeitsbelastung, vor allem in der Paketzustellung mit Spitzen wie in der Weihnachtszeit. Das Personal hat sowohl im Home-Office als auch an der Front (Post- und Briefzustellung, Schalterpersonal usw.) einen bemerkenswerten Einsatz geleistet.

Trotz der wirtschaftlichen Lage ist transfair der Ansicht, dass das Personal eine Entschädigung verdient. transfair hat bereits erfolgreich dafür gekämpft, dass das Personal an vorderster Front unter gewissen Bedingungen eine Prämie von 500 CHF erhält und wird erneut eine Anerkennungsprämie fordern, damit das ganze Personal entschädigt wird. Der Personalverband wird ausserdem Lohnforderungen stellen und im Bereich Pensionskasse Vorschläge unterbreiten.

Öffentlicher Verkehr (ÖV): ausserordentliche Massnahmen für eine ausserordentlichen Lage

Die Grundversorgung wurde trotz der Krise aufrechterhalten. Das Personal musste hierfür im Home-Office oder an der Front aufgrund der Taktänderungen im Transportangebot grosse Flexibilität zeigen. Zahlreiche Mitarbeitende waren mit Gesundheitsrisiken konfrontiert (Zugbegleiter, Schalterpersonal, Lokführer, Reinigungspersonal usw.). Diese Mitarbeitenden haben Anerkennung verdient.

Aufgrund der massiven Einnahmeverluste im gesamten ÖV-Bereich hat der Bundesrat einen Gesetzentwurf zur finanziellen Unterstützung der ÖV-Unternehmen und des Schienengüterverkehrs vorgelegt. transfair hat dazu Stellung genommen und den Bundesrat unter anderem aufgefordert, in Bezug auf den Verlustausgleich sämtliche Bereiche des Bahnverkehrs zu berücksichtigen und den ÖV-Unternehmen einen finanziellen Spielraum zu lassen.

Vor diesem Hintergrund verzichtet transfair auf generelle Lohnforderungen, fordert jedoch die Weiterführung der individuellen Massnahmen gemäss GAV oder Vereinbarungen. SBB und SBB Cargo sollen 0.9 Prozent der Lohnsumme für individuelle Lohnmassnahmen einsetzen. Ausserdem könnten weitere Massnahmen gefordert werden (Pensionskassen, Versicherungen).

Öffentliche Verwaltung: transfair verzichtet auf generelle Forderungen

Das Bundesverwaltungspersonal hat während der Krise einen bemerkenswerten Einsatz geleistet, entweder im Home-Office oder an der Front. Der Personalverband begrüsst ganz besonders den Einsatz der stark involvierten Personalkategorien wie Grenzwächter, Armee, Angestellte im Bundesamt für Gesundheit und im Staatssekretariat für Wirtschaft, die ein ausserordentliches Engagement gezeigt haben.

Nach Absprache mit seinen Mitgliedern verzichtet transfair auf generelle Lohnforderungen. Ein Punkt bleibt jedoch entscheidend: das Bundesverwaltungspersonal darf keine Lohnsenkung hinnehmen müssen. transfair kämpft vehement gegen die parlamentarischen Geschäfte, die Sparmassnahmen auf dem Rücken des Bundespersonals fordern. Diese Geschäfte sind ein Affront gegen das ganze Personal und die grossartige Arbeit, die es in dieser Krisenzeit geleistet hat.

Bei den ETH wird der Personalverband eine deutliche Anerkennung der Mitarbeitenden fordern.

transfair fordert, dass das Personal im Unternehmen weitergebildet wird

transfair fordert die Unternehmen des öffentlichen Bereichs auf, ihr Personal weiterzubilden und arbeitsmarktfähig zu halten. Die Krise hat gezeigt, wie wichtig es ist, sich stets dem wandelnden Arbeitsmarkt (z.B. Umstellung auf Home-Office) anzupassen.
 
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Service Public, Politik