Coronakrise: Personal darf nicht leidtragend sein

Coronakrise: Personal darf nicht leidtragend sein © olly/fotolia
27.04.2020

Das Coronavirus stellt die Welt auf den Kopf und sorgt für grosse finanzielle Schäden. Dies spüren auch die Sozialpartner von transfair. Damit die finanziellen Ausfälle nicht auf das Personal abgewälzt werden, hat sich transfair an den Bundesrat gewandt. In einem Brief fordert transfair einerseits die Anpassung der strategischen Ziele der bundesnahen Unternehmen und andererseits klare Bedingungen betreffend Kurzarbeit der öffentlich-rechtlichen Arbeitgeber. Doch was bedeutet das konkret für die Mitglieder von transfair?

transfair hat in einem Schreiben an den Bundesrat gefordert, dass er vor allem in zwei Bereichen Anpassungen vornimmt:
  • Kurzarbeit: transfair fordert klare und einheitliche Bedingungen für Kurzarbeit. Ausschlaggebend für diese Forderung waren irreführende und gegensätzliche Aussagen des Bundesamtes für Verkehr (BAV) und des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO).
  • Strategische Zielvorgaben: transfair fordert, dass der Bund die ambitionierten, finanziellen Ziele von Swisscom, SBB und der Schweizerischen Post anpasst. Falls dies nicht geschieht, könnte der Druck der Zielerreichung auf die Mitarbeitenden abgewälzt werden, was transfair mit aller Kraft verhindern will. Bei Swisscom fordert transfair besonderes Fingerspitzengefühl, da der Bund Mehrheitsaktionär ist.
Falls der Bundesrat der Forderung von transfair nicht nachkommt, wird sich der Personalverband mit politischen Mitteln zur Wehr setzen und sich durch entsprechende Vorstösse von Stefan Müller-Altermatt und Greta Gysin (Nationalrätin und designierte Vize-Präsidentin von transfair) Gehör verschaffen. transfair ist es wichtig, den systemrelevanten Service Public zu schützen und damit auch das Personal, das ihn tagtäglich aufrechterhält.

Kurzarbeit oder nicht: transfair fordert von seinen Sozialpartnern 100-prozentige Lohnfortzahlung

Weiter hat transfair in der heutigen Medienmitteilung von seinen Sozialpartnern gefordert, dass sie – ungeachtet dessen, ob sie von der Kurzarbeitsentschädigung Gebrauch machen oder nicht – ihrem Personal den Lohn zu 100% auszahlen.
 
transfair macht sich dafür stark, dass die Corona-Krise keine finanziellen Schäden für das Personal seiner Sozialpartner hat. Weiter setzt sich transfair tagtäglich für das Wohlergehen seiner Mitglieder ein. Konkrete Details folgen unten pro Branche.
 
Öffentlicher Verkehr
Besonders im Bereich des öffentlichen Verkehrs hat der Aufruf des BAV zur Anmeldung für Kurzarbeit für Furore gesorgt. Das SECO jedoch sagt, öffentliche Unternehmen hätten keinen Anspruch auf Kurzarbeit. transfair fordert einheitliche Regelungen, damit alle Unternehmen gleichbehandelt werden. Kurzarbeit kann nämlich vor allem bei kleinen Transportunternehmen dazu beitragen, dass sie liquid bleiben, keine unnötigen Schulden machen müssen und so nicht in ihrer Existenz bedroht werden. Den Einnahmenausfall bei den Verkehrserträgen müssen die Besteller Bund und Kantone mittels höherer Abgeltungen rasch und unkompliziert ausgleichen.
 
Deshalb gilt es auch die Zielvorgaben zu überdenken. Denn falls Transportunternehmen Kredite aufnehmen müssten, um laufende Personalkosten zu decken, müssten diese jahrelang abbezahlt werden. Das wird im Endeffekt weitere Sparprogramme auf den Plan rufen, Arbeitsbedingungen verschlechtern und vor allem das Personal treffen.
 
Das alles will transfair mit dem Schreiben an den Bundesrat verhindern. Damit ist es aber noch nicht getan. Auch von seinen Sozialpartnern im öffentlichen Verkehr fordert transfair, dass sie die Löhne weiterhin zu 100% auszahlen. Immerhin werden ja auch die Fahrgäste mit 100 Millionen Franken von der Branche entschädigt.

Post/Logistik
Die Kurzarbeit lässt auch die Branche Post/Logistik nicht kalt. transfair ist im Austausch mit seinen Sozialpartnern und setzt sich da dafür ein, dass der Lohn in jedem Fall zu 100% garantiert ist. Die Post hat für verschiedene Konzerngesellschaften und Bereiche Anträge auf Kurzarbeit gestellt.

Communication  
transfair ist im steten Austausch mit seinen Sozialpartnern. Swisscom hat bis zum heutigen Zeitpunkt auf die Inanspruchnahme von Kurzarbeit verzichtet. Der Lohn ist zu 100% garantiert.
 
Öffentliche Verwaltung
Die Öffentliche Verwaltung ist von der Kurzarbeit nicht betroffen. Momentan sorgt sich transfair vor allem über den Umgang mit Schutzmaterial beim Grenzwachkorps. transfair macht sich für klare Regelungen zu Schutzmasken stark.

Danke Ihnen allen!

transfair ist sich bewusst, dass Sie alle dazu beitragen, die wichtige Grundversorgung für die Schweiz aufrecht zu erhalten. Deshalb danke vielmals für Ihren unermüdlichen Einsatz!
Einsatzbereiche
Service Public, Politik