Pressekonferenz Swisscom: für transfair muss das Personal oberste Priorität haben!

Pressekonferenz Swisscom: für transfair muss das Personal oberste Priorität haben! © Swisscom
06.02.2020

Swisscom will die Kundennähe verstärken, Begeisterung schaffen und Marktleader bleiben. Dieses grundsätzlich positive Vorhaben geht jedoch mit einem deutlich geäusserten Willen der Kostensenkung einher. Hierzu zählt das Unternehmen auf eine Vereinfachung der Arbeitsabläufe und auf die Fortführung von Reorganisationen und Umstrukturierungen.

Die durch die Branchenentwicklung, neue Verbrauchergewohnheiten sowie geringere Renditen in den neuen Bereichen entstandenen Herausforderungen können diesen Unternehmenswillen begründen. Die anhaltende strukturelle Instabilität in Verbindung mit der Einführung eines agilen Managementsystems verstärkt jedoch das Gefühl der Unsicherheit, schadet dem Arbeitsklima und kann sich als kontraproduktiv erweisen.
 
Keine Auslagerung
Es entsteht ein Ungleichgewicht, einerseits durch den Willen Kosten zu reduzieren und andererseits durch das Bestreben, neue Technologien zu entwickeln und neue Märkte zu erschliessen. transfair steht dem kritisch gegenüber. Die Lösung darf keinesfalls darin bestehen, Unternehmensbereiche auszulagern oder an Subunternehmer zu vergeben, denn dies führt unweigerlich zu:
  • verschlechterten Anstellungsbedingungen
  • geringeren Löhnen
  • einem niedrigeren Qualitätsniveau der Leistungen
  • Kontrollverlust über einen Tätigkeitsbereich oder Steuerungsverlust über einen Teil der Produktionskette
  • Rufschädigung und Beeinträchtigung der Wettbewerbsfähigkeit
 
Teilpensionierungen fördern
Um die Auswirkungen der kontinuierlichen Umstrukturierungen zu mildern, führt Swisscom nach Rücksprache mit transfair ein Pilotsystem für Teilpensionierung ein. Auf freiwilliger Basis können Mitarbeitende ab 58 Jahren ihren Beschäftigungsgrad reduzieren, mit der Auflage, dass sie zwei Jahre später in Pension gehen. transfair begrüsst die Initiative von Swisscom. Aber der Branchenleiter Communication, Robert Métrailler, hat auch kritische Worte: «transfair wird sich voll und ganz auf die Bedürfnisse des Personals fokussieren. Die konkreten Konsequenzen des Projektes müssen genau untersucht werden». Die Erfahrung wird zeigen, ob die gesteckten Ziele mit diesem System erreicht werden können.
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