Neuer GAV Post: Der Countdown läuft
Ende des letzten Jahres hat das Parlament die neuen Postgesetze verabschiedet. Eine der Neuerungen darin ist, dass die Arbeitsverhältnisse der Postmitarbeitenden nicht mehr nach dem Bundespersonalgesetz geregelt werden sondern dem Obligationenrecht unterstehen. Da sich damit auch die gesetzliche Grundlage für den Gesamtarbeitsvertrag ändert, muss dieser neu ausgehandelt werden. Ausschlaggebend für den Beginn der Verhandlungen ist, ab wann die neuen Postgesetze in Kraft treten. Ab diesem Zeitpunkt haben die Sozialpartner zwei Jahre Zeit, um den GAV auf die neuen gesetzlichen Grundlagen anzupassen.
An seiner Sitzung vom letzen Mittwoch hat der Bundesrat entschieden, dass die Postgesetze auf Mitte 2012 in Kraft gesetzt werden. Damit lässt sich der Grobfahrplan für die GAV-Verhandlungen ausrechnen. Voraussichtlich Anfangs 2013 werden wir die Verhandlungen mit der Post aufnehmen.
Als nächster Schritt werden sich die Sozialpartner mit der Post im September zu einem Spitzengespräch zusammensetzen. Dabei soll der Fahrplan für die Verhandlungen diskutiert sowie bereits erste inhaltliche Eckpunkte gesetzt werden. So soll die Form des neuen GAV diskutiert werden – wird es sich um einen einzigen GAV handeln, soll es für einzelne Konzernbereiche einen spezifischen GAV geben oder sollen unterschiedliche Bedürfnisse mit Anschlussvereinbarungen gelöst werden? Für transfair ein ebenso wichtiger Punkt ist, dass mit der Post auch eine Vereinbarung über die Schaffung eines konstruktiven Verhandlungsumfeldes getroffen werden kann. In der Zeit, in der viel Kraft und Energie in die Ausarbeitung und Verhandlung des neuen GAV gesteckt wird, darf das Verhandlungsumfeld nicht durch Restrukturierungen belastet werden. transfair fordert deshalb von der Post die Zusicherung, für den Verhandlungszeitraum darauf zu verzichten.
transfair bereitet sich seit längerem auf die neuen Verhandlungen vor. Erste nationale Arbeitstagungen haben sich unter Einbezug der Basis mit dem künftigen Inhalt des GAV auseinandergesetzt. Zudem konnte an der Brancheversammlung vom 14. Juni bereits eine erste Zusammenstellung von Forderungen präsentiert werden. Wir sind bereit für die Verhandlungen und setzen uns engagiert dafür ein, dass für alle Mitarbeitenden der Post eine attraktive Lösung gefunden werden kann.


