Neue Ziele für die Personalpolitik der Bundesverwaltung: Frauen in Kaderpositionen sind nach wie vor untervertreten
Der Bundesrat hat heute strategische Sollwerte und Indikatoren für die Legislaturperiode 2012–2015 beschlossen. Sie bilden wichtige Messgrössen zur Umsetzung der Personalstrategie Bundesverwaltung. Bei der Festlegung des Sollwerts des Frauenanteils in oberen Lohnklassen ist der Bundesrat einmal mehr unter den Forderungen von transfair geblieben.
Frauen bleiben in Führungspositionen nach wie vor untervertreten. Dies ist für transfair eine nicht nachvollziehbare Tatsache. Der Grundsatz mehr Vielfalt gleich bessere Leistung ist inzwischen unbestritten. Diversität wirkt sich positiv auf Führungsgremien aus. Unterschiedliche Ansichten, Hintergründe und Erfahrungen bereichern Diskussionen, vereinfachen Problemlösungen und ermöglichen neue Perspektiven. Aus diesem Blickwinkel ist es paradox, dass nicht mehr Frauen in Führungspositionen anzutreffen sind. Dabei können Arbeitgeber von Frauen im Management nur profitieren. Es ist ein Unwille seitens Wirtschaft und Politik festzustellen, mit konkreten Massnahmen etwas zu verändern. Im Gegensatz dazu hat sich beispielsweise die EU-Kommission unlängst für mehr Diversität in Verwaltungsräten ausgesprochen. Norwegen kennt seit Jahren eine Frauenquote von 40 Prozent und Frankreich hat vor kurzem eine ähnliche Regelung eingeführt.
Der Bundesrat hat heute folgende Sollwerte festgelegt:
Lohnklassen | Sollwerte |
|---|---|
24 – 29 | 29 – 34 Prozent |
30 – 38 | 16 – 20 Prozent |
Diese sind für transfair klar unbefriedigend. Wir fordern im Sinne der Vorbildlichkeit und der politischen Signalwirkung von der Arbeitgeberin Bundesverwaltung die Sollwerte bei Frauenanteilen in oberen Lohnklassen weiter nach oben zu korrigieren und Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Frauen ermöglichen, Familie und Beruf auch in Kaderpositionen zu vereinbaren.


