Mittwoch 29. Juni 2011 10:00 Alter: 324 days

Massiver Stellenabbau im Briefzustelldienst

Rubrik: Post/Logistik, Medienmitteilung, News

 

transfair beklagt den massiven Stellenabbau von rund 500 Zustellstellen, der durch die Einführung der Gangfolge-Sortiertechnik GFS verursacht wird. Der Personalverband verlangt einen Schutz für Vollzeitstellen und Verhandlungen über flankierende Massnahmen zum Sozialplan.

© Foto Die Schweizerische Post.

Distrinova wurde von der Post als die Zustellung der Zukunft angekündigt. Nun ist die Katze aus dem Sack: Rund 500 Stellen beziehungsweise 350 Personaleinheiten in der Briefzustellung sollen in den nächsten Jahren durch den Wegfall der Vorsortierung und durch die Verarbeitung der B-Post über die GFS-Anlagen abgebaut werden. Mit der schrittweisen Beschaffung von 15 GFS-Kompaktanlagen werden die Brief- und Logistikzentren Brief technisch auf die Gangfolgesortierung umgerüstet. Damit ist zumindest die Forderung von transfair nach einer schrittweisen Einführung der neuen Technik, die sich über mehrere Jahre erstrecken wird, erfüllt. Im Vorfeld des Entscheides kündigte die Post einen geringeren Stellenverlust an. Dieser sollte zum grösseren Teil über die jährliche Personalfluktuation aufgefangen werden. Dies schien schon damals fragwürdig. Obwohl in der Sortierung der Logistikzentren neu Arbeitstellen für 80 Personaleinheiten geschaffen werden, wird es in der Zustellung nun leider unumgänglich sein, dass Vollzeit- in Teilzeitstellen umgewandelt werden und somit den betroffenen Zustellenden die Beschäftigungsgrade gekürzt werden.

 

Schutz für Vollzeitstellen

Mittelfristig droht die Zustellung mit Teilzeitstellen, die keine Ausbildung mehr erfordern, in ein Billiglohn-Segment abzurutschen. Darum darf Distrinova auf keinen Fall zu einem Abbau der Vollzeitstellen führen. transfair fordert daher, dass der Anteil an Teilzeitstellen ein Drittel nicht übersteigen darf.

 

Es braucht zusätzliche Massnahmen!

Der Sozialplan sieht vor, dass die durch Kürzung der Beschäftigungsgrade entstehenden Lohndifferenzen einmalig ausfinanziert werden. Flankierend dazu muss sich die Post für weitere Massnahmen wie eine Reduktion der wöchentlichen Normalarbeitszeit offen zeigen. Der letztjährige hohe Gewinn von beinahe einer Milliarde Franken zeigt deutlich, dass es der Post gut geht. Es gibt deshalb keinen Grund, noch mehr Druck auf die Mitarbeitenden auszuüben. Diese haben in den letzten Jahren bereits genug gelitten.

 

Voraussichtlich ab 2013 werden die Sozialpartner die Verhandlungen über einen neuen GAV Post beginnen. Zu diesem konstruktiven Verhandlungsumfeld gehört aus Sicht von transfair insbesondere die Zusicherung seitens der Post, die Verhandlungen nicht mit Restrukturierungen und Auslagerungen von einzelnen Bereichen zu belasten. Die Verhandlungen werden für alle involvierten Seiten zeit- und personalaufwendig, zusätzliche unnötige Belastungen sollten deshalb so weit als möglich vermieden werden.

 

 


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