Donnerstag 30. Juni 2011 11:26 Alter: 323 days

transfair kündigt den Firmenarbeitsvertrag mit der RhB vorsorglich

Rubrik: Öffentlicher Verkehr, Medienmitteilung, News

 

Seit Dezember 2010 laufen inoffizielle Gespräche mit der Geschäftsleitung der RhB, da Einzelteile des Firmenarbeitsvertrages FAV überarbeitet werden müssen. Auf den 29. Juni 2011 war die erste Verhandlungsrunde angesetzt. Am besagten Tag teilte die Verhandlungsdelegation der Rhätischen Bahn AG den Personalverbänden mit, dass Sie kein Verhandlungsmandat vom Verwaltungsrat der RhB bekommen haben und somit nicht in die Verhandlungen eintreten können. Dies ist ein Verstoss gegen den Artikel 8 im FAV. Diese Mitteilung, einen Tag vor Ablauf der Kündigungsfrist hat den Personalverband transfair dazu gezwungen, den Firmenarbeitsvertrag RhB vorsorglich zu kündigen. transfair fordert den VR RhB auf, grünes Licht für Verhandlungen zu geben.

Ende Juni 2008 haben die Personalverbände transfair und SEV einen Firmenarbeitsvertrag mit der Rhätischen Bahn AG unterzeichnet und in Kraft gesetzt. Bald traten offensichtliche Mängel im Vertragswerk auf.

Darunter fallen unter anderem ein komplexes Lohnsystem, welches die RhB nicht alimentieren kann, ein Mitarbeiterbeurteilungssystem, dass keinen Qualitätsgewinn und einen enormen administrativen Aufwand bringt oder Arbeitszeitregelungen die im Alltag kaum umsetzbar sind.

 

Im Dezember 2010 wurde transfair von seinen Mitgliedern beauftragt, diese Problemfelder auf den Tisch zu bringen und neu zu verhandeln. Im Firmenarbeitsvertrag von 2008 verpflichteten sich die Vertragsparteien, auch während der Laufzeit des Vertrages „Anträge zur Abänderung oder Ergänzung des Vertrages entgegenzunehmen, zu prüfen und miteinander nach Treu und Glauben nach Lösungen zu suchen“, wie es Im FAV wörtlich steht. Obwohl nach ersten Gesprächen eine erste Verhandlungsrunde auf den 29. Juni 2011 angesetzt war, hat sich der VR RhB nun diesen Verhandlungen verweigert.

 

Dieses Vorgehen stellt für den Personalverband transfair einen klaren Verstoss gegen den Firmenarbeitsvertrag dar. Aus diesem Grund hat transfair entschieden die Notbremse zu ziehen und den Vertrag per 31.12.2011 vorsorglich gekündigt. transfair fordert den VR RhB auf, endlich seine Verantwortung wahrzunehmen und in die Verhandlungen einzutreten. Ein vertragsloser Zustand kann weder im Interesse der Mitarbeiter noch der Unternehmung oder der Kunden sein. transfair wird aber für diesen Fall gerüstet sein.


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