Mittwoch 03. August 2011 11:46 Alter: 288 days

transfair fordert 1.5 bis 2.5 Prozent mehr Lohn

Rubrik: News, Alle Branchen, National, Medienmitteilung

 

2012 sollen die Löhne um 1.5 bis 2.5 Prozent steigen. Gleichzeitig stehen Verhandlungen zu Gesamtarbeitsverträgen an. transfair strebt dabei Verbesserungen bei der Chancengleichheit, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und bei der Aus- und Weiterbildung an.

An der Pressekonferenz referierten, v.l.: Eric Dubuis (Hotel & Gastro Union), Susanne Blank (Travail.Suisse), Arno Kerst (Syna) und Matthias Humbel (transfair)

Wir fordern 1.5 bis 2.5 Prozent mehr Lohn. Dabei tragen wir den branchenspezifischen Unterschieden wie folgt Rechnung:

 

Communication: Schiedsgerichtsurteil steht noch aus!

Die Lohnverhandlungen bei der Swisscom endeten im Vorjahr zum wiederholten Male beinahe vor dem Schiedsgericht. Erst im allerletzten Moment konnte die Swisscom zum Einlenken bewegt werden. Schliesslich wurde mit der Swisscom ein über zwei Jahre laufendes Paket geschnürt. Für 2011 stiegen dadurch die Löhne um 0.9 Prozent generell und 1.7 Prozent individuell. Für 2012 werden sich die Löhne um 0.8 Prozent generell und 1.6 Prozent individuell erhöhen. Eine Verhandlung findet somit in diesem Jahr nicht statt.

Das Verhandlungsresultat wurde nicht von allen Konzerngesellschaften der Swisscom akzeptiert. Die Verhandlungen über die Lohnerhöhungen 2011 mit IT-Services sind bis heute nicht abgeschlossen, ein Schiedsgericht muss jetzt eine Lösung finden.  

 

Öffentliche Verwaltung: Erster Teil der Forderungen bereits erfüllt

Der Bund hat in den vergangenen Jahren jeweils deutlich besser abgeschlossen als budgetiert. Trotzdem wurde der Personalkredit wiederholt gekürzt und der Druck auf die Arbeitnehmenden laufend erhöht. Das muss aufhören. Es kann nicht sein, dass die gleiche Menge Arbeit von immer weniger Mitarbeitenden geleistet wird.

Ein Teil der Lohnforderungen ist durch die Beschlüsse des Bundesrates über die flankierenden Massnahmen zum Grundlagenwechsel der Pensionskasse PUBLICA bereits erfüllt. Für die Rentner bleiben die Leistungen - dank der Sanierungsgarantie des Bundes über 320 Millionen Franken - auf dem heutigen Niveau gesichert. Zur Vermeidung von Leistungseinbussen der Aktivversicherten müssen jedoch die Sparbeiträge angehoben werden. transfair hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass die Anhebung um 1 Prozent bereits ab einem Alter von 35 Jahren vollumfänglich zu Lasten des Arbeitgebers geht. Dies kostet den Bund jährlich rund 20 Millionen Franken.

Trotz guten Prognosen verringern diese Massnahmen den Spielraum für hohe Lohnforderungen. transfair steigt mit Forderungen von rund 1.5 bis 2 Prozent generell in die Verhandlungen ein. Unverändert bleibt zudem die Forderung nach einem Generalabonnement für alle Mitarbeitenden.

 

Öffentlicher Verkehr: Es herrscht Nachholbedarf!

Die Verhandlungen mit der SBB waren in den vergangenen Jahren wegen knappen finanziellen Mitteln schwierig. Im letzten Jahr wurden im Hinblick auf die GAV-Verhandlungen bei den Lohnverhandlungen Zugeständnisse gemacht. Zudem mussten sowohl Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmer Sanierungsbeiträge an die Pensionskasse leisten.

Die Sanierungsbeiträge an die Pensionskasse sind trotz Finanzspritze des Bundes auch in diesem Jahr nötig. Doch bei den Löhnen herrscht nun Nachholbedarf. Nach mageren Jahren mit geringen generellen Lohnerhöhungen und Einmalzahlungen muss es dieses Jahr etwas mehr sein. transfair fordert generelle Lohnerhöhungen im Umfang von 2 bis 2.5 Prozent – nicht im Rahmen von einmaligen Prämien sondern als nachhaltige Lohnerhöhung. Der grosse Einsatz der Mitarbeitenden der SBB soll belohnt werden.

 

Post/Logistik: Die Kassen sind voll – der Spardruck steigt

Im vergangenen Jahr konnte die Post mit einem Gewinn von 903 Millionen Franken einen Rekordwert ausweisen. Der Einsatz der Mitarbeitenden spiegelte sich in den Ergebnissen der Lohnverhandlungen wider. Dabei wurden Lohnerhöhungen über 1.8 Prozent erreicht sowie eine Übernahme der Sanierungsbeiträge der Arbeitnehmenden an die Pensionskasse durch die Post.

Die ersten Resultate der Post lassen auf ein weiteres Rekordergebnis schliessen. Voraussichtlich kann der Gewinn gegenüber dem Vorjahr nochmals gesteigert werden. Dies ist das Ergebnis des grossen Einsatzes und der hohen Flexibilität der über 60'000 Mitarbeitenden der Post. transfair fordert eine generelle Lohnerhöhung von rund 2.5 Prozent. Zudem erwarten wir von der Post die Auszahlung einer einmaligen Gewinnbeteiligung an die Mitarbeitenden. Die hohen Gewinne sind eine Seite der Medaille, auf der anderen Seite stehen ständig ansteigender Druck und Restrukturierungen. Die Mitarbeitenden der Post haben sich diese Erhöhung mehr als verdient.

 

Gläserne Decken einreissen!

Ein weiteres zentrales Thema für transfair ist die Gleichberechtigung. Nachdem sich transfair im letzten Jahr erfolgreich für die Durchführung des Lohngleichheitsdialoges in der Bundesverwaltung starkgemacht hatte, wollen wir dieses Jahr erste Resultate sehen. Nachdem die Post den Lohngleichheitsdialog bereits durchgeführt hat, unternehmen auch SBB und Swisscom weitere Schritte in diese Richtung. transfair bekämpft nicht nur die Lohndiskriminierung, auch die gläsernen Decken müssen endlich beseitigt werden. transfair setzt sich in den anstehenden GAV-Verhandlungen für eine Verbesserung der Chancengleichheit auf allen Ebenen ein. Zudem sollen Verbesserungen bei der Aus- und Weiterbildung und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie (z.B. über einem Vaterschaftsurlaub) erreicht werden.

 

In absehbarer Zeit bieten sich dafür Gelegenheiten: Im Herbst steigen die Sozialpartner mit der Swisscom in die Verhandlungen ein, mit der Post wird voraussichtlich ab Anfang 2013 verhandelt. Zudem musste dieses Jahr der Firmenarbeitsvertrag der Rhätischen Bahn auf Ende 2011 gekündigt werden. Auch hier sind neue Verhandlungen notwendig.

 

 


Ausserordentlicher Kongress transfair

Dienstag, 22. Mai 2012
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