Mittwoch 21. Dezember 2011 11:48 Alter: 149 days

Harte Verhandlungen führen zu erfreulichen Lohnresultaten

Rubrik: National, Alle Branchen, News, Medienmitteilung

 

transfair ist zufrieden mit dem Lohnherbst. Die geforderten Erhöhungen konnten im Grossen und Ganzen erreicht werden. Dazu waren harte Verhandlungsrunden nötig. Insbesondere wird der Kampf um generelle Lohnerhöhungen Jahr für Jahr schwieriger. Trotzdem: Erfreuliche generelle Lohnabschlüsse sind wichtiger denn je – für den einzelnen Arbeitnehmenden wie auch für die Gesamtwirtschaft.

transfair, der Personalverband des Service Public, stieg im Sommer mit Lohnforderungen zwischen 1.5 und 2.5 Prozent in die Lohndiskussion ein. Zwischenzeitlich haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin verschlechtert. Allerdings sind nicht alle Branchen im selben Ausmass davon betroffen. So können viele unserer Sozialpartner weiterhin mit guten bis sehr guten Ergebnissen aufwarten. Insbesondere die Post dürfte auch für das laufende Geschäftsjahr hervorragende Zahlen präsentieren und auch Swisscom und SBB sind auf einem guten Weg. Der Bund als weiterer wichtiger Sozialpartner weist seit Jahren massive Überschüsse auf und rechnet für das nächste Jahr mit einem ausgeglichenen Budget – auch ohne wirtschaftsschädigende Sparanträge von Seiten des Parlaments.

 

Für transfair gab es deshalb keinen Grund, bei den Forderungen Abstriche vorzunehmen. Dementsprechend konsequent wurden auch die zahlreichen Verhandlungen geführt. Die Resultate können sich sehen lassen und kommen unter Berücksichtigung der Einmalzahlungen auf die im Sommer geforderte Höhe. Erfreulich ist, dass selbst bei kleineren, finanziell weniger potenten Sozialpartnern in den meisten Fällen Lohnabschlüsse über einem Prozent möglich waren.

 

Diese Resultate sind erfreulich für die Mitarbeitenden. Unabhängig von der gesamtwirtschaftlichen Lage leisten sie gute Arbeit und sind die Hauptverantwortlichen für die erwarteten ansehnlichen  Abschlüsse der einzelnen Unternehmen und haben sich dadurch die Lohnerhöhungen klar verdient. Die Resultate sind aber auch wichtig für die Gesamtwirtschaft. Gerade wenn der Export ins Stocken gerät ist eine solide Konsumnachfrage im Inland eminent wichtig. Lohnerhöhungen bei den Arbeitnehmenden sind hierzu das beste Mittel. Gerade Arbeitnehmende mit tieferen Löhnen werden die zusätzlichen finanziellen Mittel wieder direkt in die Wirtschaft zurückfliessen lassen und so einen wichtigen Beitrag zum Wohlergehen des ganzen Landes und zur langfristigen Sicherung von Arbeitsplätzen in der Schweiz leisten.

 

Communication: Probleme aus dem Weg geräumt

Beinahe ein Jahr lang schwelte der Lohnkonflikt bei der Swisscom-Tochter ITS. Nachdem ITS das Lohnergebnis für den Gesamtkonzern des letzten Jahres nicht akzeptierte, die Nachverhandlungen zu keinem Ergebnis führten und sich auch die Konstituierung des Schiedsgerichts mehrmals verzögerte, fand die Lohn-Odyssee endlich ein glückliches Ende. Dank Nachverhandlungen mit der Swisscom konnte ein Paket gefunden werden, das einen Abschluss unter die Lohnverhandlungen des Vorjahres setzt und zudem die Lohnentwicklung für die nächsten zwei Jahre regelt.

Für 2012 werden die Löhne der Swisscom Mitarbeitenden um 1.2 Prozent steigen, 0.8 Prozent davon generell. Für 2013 werden sich die Löhne im selben Umfang erhöhen. Die Mitarbeitenden von ITS kommen nachträglich in den Genuss einer Lohnerhöhung von 2.6 Prozent für 2011 – derselben wie sie die restlichen Swisscom Mitarbeitenden bereits erhalten haben. Dafür werden sich 2012 die Löhne nicht erneut erhöhen. Für 2013 wird es zu einer Erhöhung um 0.8 Prozent generell kommen. Damit ist endlich sichergestellt, dass auch die Mitarbeitenden von ITS nicht leer ausgehen.

 

Öffentliche Verwaltung: Wichtiges Verhandlungsergebnis – Respekt durch Parlament fehlt

Bereits seit längerem ist das Verhandlungsergebnis für die Bundesverwaltung bekannt. Für 2012 ist eine Lohnerhöhung von 1.2 Prozent verhandelt worden. Zudem hat sich der Bund als Arbeitgeber verpflichtet, die durch den Grundlagenwechsel anfallenden Sparbeitragserhöhungen für Mitarbeitende über 35 Jahren zu übernehmen. Insgesamt ist dies für transfair ein gutes und wichtiges Ergebnis. In den vergangenen Jahren konnte selten mehr als der Teuerungsausgleich erreicht werden, in diesem Jahr ermöglicht der gute Abschluss, den Abstand zur Privatwirtschaft etwas aufzuholen.

Einige Schreckmomente verursachte hingegen das Parlament. Im Rahmen der Budgetberatung wurde im Nationalrat in einer ersten Debatte eine dreiprozentige Kürzung des Personalkredites beschlossen. Dieser unüberlegte, unbegründete und rein ideologisch motivierte Entscheid konnte glücklicherweise bei der nächsten Debatte wieder gekippt werden. Kürzungsanträge in einer solchen Höhe wären ohne schmerzhafte Konsequenzen für die Mitarbeitenden der Personalverwaltung nicht umsetzbar. Stellen- oder gar Lohnreduktionen wären die absehbaren Folgen gewesen. Transfair zeigt sich deshalb äusserst zufrieden, dass sich im Parlament schlussendlich Vernunft und Realitätssinn durchsetzen konnten.

 

Öffentlicher Verkehr: Pensionskasse benötigt weiterhin Unterstützung

Die Verhandlungen mit der SBB waren, bedingt durch den begrenzten finanziellen Rahmen der Unternehmung, zäh und nicht ganz so ergiebig wie erhofft. Trotzdem konnte auch mit dem grössten Schweizer Eisenbahnunternehmen ein anständiger Abschluss erreicht werden. Nachdem im letzten Jahr durch die GAV-Verhandlungen der Spielraum bei den Lohnverhandlungen etwas eingeschränkt war, reichte es in diesem Jahr für eine generelle Lohnerhöhung von 0.5 Prozent sowie eine individuelle Lohnerhöhung im Umfang von insgesamt 0.75 Prozent. Zudem verpflichtet sich die SBB zur vollständigen Übernahme der durch den Grundlagenwechsel angehobenen Sparbeiträge der Pensionskasse im Rahmen von 2 Beitragsprozenten. Diese Zugeständnisse der SBB sind allerdings an einen Verzicht auf generelle Lohnmassnahmen für 2013 geknüpft – ausser die Teuerung fällt wider Erwarten überdurchschnittlich hoch aus. Weiterhin nicht abgeschlossen sind die Sanierungsmassnahmen der Pensionskasse. Trotz den Beiträgen vom Bund bleibt der Deckungsgrad unter 100 Prozent, was von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite weitere Sanierungsbeiträge abverlangt.

Der Lohnabschluss bei der BLS fällt mit einer Gesamtsumme von 1.4 Prozent ebenfalls sehr erfreulich aus. 0.9 Prozent davon sind individuell, 0.1Prozent kommt den Mitarbeitenden in den unteren Lohnbändern zugute, mit 0.4 Prozent generell wird die Teuerung für alle Mitarbeitenden ausgeglichen. Und auch die Südostbahn

 – als weiteres Beispiel aus dem Bereich öffentlicher Verkehr – schliesst mit einer Lohnerhöhung von 0.3 Prozent generell und 1.1 Prozent individuell zufriedenstellend ab.

 

Post: Zähes Ringen führt zum Ziel

Die Lohnverhandlungen mit der Post zogen sich über mehrere Runden, bis endlich ein für beide Seiten tragfähiges Resultat gefunden wurde. Mit 1.0 Prozent generell, 0.8 Prozent individuell und einer Einmalzahlung von 500 Franken liegt das Resultat praktisch auf selber Höhe wie im Vorjahr.

Auch die weiteren Resultate aus der Branche sind durchaus zufriedenstellend. So erhöhen sich bei PostAuto AG die Löhne generell um 600 Franken, individuell um 0.5 Prozent. Zudem zahlt PostAuto eine einmalige Prämie von 500 Franken. Bei DPD werden sich die Löhne im nächsten Jahr um 0.5 Prozent generell und 0.5 Prozent individuell erhöhen, zudem erhält jeder Mitarbeitende eine Einmalzahlung von 300 Franken. Eine weitere Ausschüttung an die Mitarbeitenden hängt vom Jahresabschluss ab. Dies ist eine deutliche Steigerung zum Lohnabschluss des Vorjahres und weist darauf hin, dass einige Unternehmen trotz Krise gute Resultate vorweisen.

 

Weitere Lohnresultate finden Sie in der tabellarischen Übersicht.

 


Ausserordentlicher Kongress transfair

Dienstag, 22. Mai 2012
Kongresshotel Arte in Olten



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