Wann und wo kommt die nächste Hiobsbotschaft?

Wann und wo kommt die nächste Hiobsbotschaft? © knallgrün
23.11.2016

Der Bereich Poststellen und Verkauf mit dem angekündigten Abbau der Poststellen ist bei weitem kein Einzelfall. PostMail ist wegen Mengenrückgang und PostFinance wegen Minus-zinsen unter Druck. Unlängst lagerte die Post über 180 LKW-Chauffeure aus. transfair sieht Anzeichen dafür, dass es ungebremst weitergeht.

Die Mitarbeitenden von Poststellen und Verkauf sind stark verunsichert. Trifft es mich, wird meine Poststelle geschlossen? Die Post sagt zwar, sie habe keinen Plan, aber transfair ist skeptisch. Umsatz- und Verkehrszahlen und Kosten jeder Poststelle sind bekannt, damit lässt sich per Knopfdruck eine Liste mit finanziell unrentablen Poststellen erstellen. Und ums Sparen geht es ja schlussendlich. Kantons- und Bezirkshauptstädte sowie einwohnerstarke Städte werden vermutlich auch in Zukunft Poststellen haben, aber vielleicht nicht mehr an derselben Stelle, weil sich die grossen Kundenströme durch die stark gewachsene Mobilität und veränderten Arbeits- und Einkaufgewohnheiten verschoben haben. Alle Poststellen auf dem Land müssen weiter zittern!

Jetzt trifft es auch die Chefs

Wenn die Anzahl Poststellen schrumpft, müssen als nächste Konsequenz auch die Poststellengebiete zusammengelegt werden. Dies hat auch Folgen für die Leiter Verkaufsgebiet, Leiter Poststellengebiet und Leiter Betrieb. Jetzt kommt das, worauf transfair schon vor Langem hingewiesen hat. Wenn die Zitrone des Betriebes ausgepresst ist, kommt die nächste Hierarchiestufe, diejenige der Chefs, dran. transfair hat viele Vorgesetzte der unteren Kaderstufen in seiner Mitgliedschaft und setzt sich jetzt konsequenterweise auch für deren Interessen ein. Darum haben wir uns dafür eingesetzt, möglichst viele Funktionsstufen im Geltungsbereich des GAV zu behalten.

Kommt jetzt der «Speckgürtel» dran?

Finanzen, Kommunikation und Human Ressources (Personaldienste) sollen in einem kürzlich bekannt gegebenen Projekt ebenfalls reorganisiert werden. Jetzt kommen also auch die zentralen Dienste, von vielen der «Speckgürtel» genannt, an die Reihe. Die Unsicherheit ist bereits gross. Reorganisation, Optimierung und Vereinfachung sind die vordergründigen Schlagwörter, über Abbau, Entlassungen und Reduktion wird tunlichst geschwiegen. Nur Naive glauben, dass solche Projekte ohne Kosteneinsparungen durchgezogen werden.

Es gibt nur Verlierer

Bei PV werden viele Teilzeit arbeitende Frauen in den Landregionen betroffen sein, die teils seit Jahrzehnten mit grosser Flexibilität die Anpassungen der Post mitgetragen haben. Viele wird es auch treffen, die bereits eine Poststellenschliessung und somit ein Lohnabbau hinter sich haben. Aber auch Reinigungspersonal von IMS AG und Jugendliche werden davon betroffen sein. Weniger Poststellen bedeuten weniger Reinigungsaufwand und auch weniger Lehrstellen. Demgegenüber stehen die Mitarbeitenden der Agenturen, welche die Last des Sozialabbaus der Post tragen. Völlig unverständlich ist der Abbau auch nach dem knappen Ergebnis der Service-Public-Abstimmung. Gut ausgebildete junge Mitarbeitende verlassen die Post, weil sie keine Perspektiven mehr sehen. Ältere, langjährige Mitarbeitende verlassen die Post, weil sie enttäuscht sind, beides wiederum schwächt auch die Pensionskasse.
Einsatzbereiche
Die Schweizerische Post, Poststellen und Verkauf, PostMail