Verzicht auf Arbeitszeiterfassung – GAV-Bestimmungen in Verhandlung

Verzicht auf Arbeitszeiterfassung – GAV-Bestimmungen in Verhandlung © BillionPhotos / fotolia.com
07.12.2015

Anfang November hat der Bundesrat beschlossen, die Arbeitszeiterfassung unter gewissen Voraussetzungen zu lockern: Damit Arbeitnehmende auf die Arbeitszeiterfassung verzichten können, müssen Arbeitgeber und Personalverbände einen GAV abschliessen und besondere Massnahmen für den Gesundheitsschutz vorsehen. transfair verhandelt nun zu diesem Thema mit der Post und weiteren Sozialpartnern.

Die Revision der Verordnung zum Arbeitsgesetz sieht zwei Varianten vor: Der Verzicht auf die Arbeitszeiterfassung und die Vereinfachung der Arbeitszeiterfassung. Durch die Lockerung der Pflicht zur Arbeitszeiterfassung will der Bundesrat der in der Arbeitswelt geforderten Flexibilität Rechnung tragen und die Unternehmen administrativ entlasten.

Wer auf die Arbeitszeiterfassung vollständig verzichten will, muss verschiedene Bedingungen erfüllen. Es können nur Mitarbeitende, deren AHV-pflichtiger Jahreslohn 120‘000 Franken übersteigt und deren Arbeitszeiten und Arbeitsgestaltung autonom gestaltet werden können, auf die vollständige Arbeitszeiterfassung verzichten. Egal ob auf die Arbeitszeiterfassung verzichtet oder diese vereinfacht wird, die Grundsätze des Arbeitsgesetzes bezüglich Arbeits- und Ruhezeiten gelten nach wie vor. Mehr zu diesem Thema finden Sie im magazin Artikel «Zeiterfassung passé».
 
Verhandlungen mit der Post in vollem Gange
Bei der Post haben die Arbeiten und Diskussionen zu einem GAV, der den Verzicht auf Arbeitszeiterfassung regelt, bereits begonnen. Der Verzicht auf Arbeitszeiterfassung soll nur für Mitarbeitende der Post gelten, die nicht dem GAV Post unterstellt sind. Weiter soll der Verzicht auf Arbeitszeiterfassung bereits Anfang 2016 möglich sein. transfair bleibt am Ball und wird die betroffenen Mitglieder miteinbeziehen – Sie hören von uns!
 
Besondere Massnahmen für den Gesundheitsschutz
Im Fokus der Diskussionen stehen momentan die besonderen Massnahmen zur Vermeidung von psychosozialen Risiken, welche spezifisch mit dem Verzicht auf die Arbeitszeiterfassung in Zusammenhang stehen. Für transfair ist jedoch klar: Ob Arbeitszeiterfassung oder nicht, Gesundheitsrisiken in Folge von Arbeitsbelastung, erhöhter Flexibilisierung der Arbeit und ständiger Erreichbarkeitsanforderungen muss der Arbeitgeber präventiv angehen . Er darf diese nicht auf seine Mitarbeitenden abschieben. Der Schutz der Arbeitnehmenden steht für transfair im Fokus jeder Verhandlung.