Verhandlungen zum neuen GAV Post abgeschlossen

Verhandlungen zum neuen GAV Post abgeschlossen ©Fotalia drubig photo
02.03.2015

Was lange währt, wird endlich gut: Nach beinahe zwei Jahren konnte transfair die Verhandlungen mit der Post über die neuen Gesamtarbeitsverträge (GAV) für die Post CH AG (PV, PM, PL), PostFinance AG und PostAuto Schweiz AG erfolgreich abschliessen. Am 24. April 2015 wird transfair im Rahmen des Branchenkongresses das Gesamtpaket den Mitgliedern von transfair zur Abstimmung vorlegen.

Nach langen Verhandlungen liegt nun endlich ein Ergebnis vor. Die letzten Verhandlungsrunden sind vorüber. transfair hat sich mit der Post auf einen neuen GAV geeinigt. Das Resultat ist ein Vertrag, der so für alle Seiten akzeptabel ist. Dabei mussten alle Seiten in einigen Punkten Zugeständnisse machen, schlussendlich überwiegen für transfair in der Gesamtbetrachtung aber die positiven Punkte: Der neue GAV ist insgesamt ein ausgewogenes Verhandlungsergebnis.

Verhandlungsdelegation und Feedbackteam stehen hinter dem neuen GAV

Um sicher zu gehen, dass die Verhandlungen auch im Sinne seiner Mitglieder geführt wurden, hat René Fürst, Branchenleitender Post/Logistik, die Zwischenresultate regelmässig einem Feedbackteam vorgelegt. Dieses setzt sich zusammen aus Mitgliedern, die in den unterschiedlichsten Bereichen bei der Post tätig sind. Die Rückmeldungen und Diskussionen aus dem Feedbackteam flossen danach in die Verhandlungen ein.
An seiner letzten Sitzung hat das Feedbackteam nun das von der transfair-Verhandlungsdelegation vorgelegte Verhandlungsergebnis akzeptiert. René Fürst, seine Verhandlungsdelegation sowie das Feedbackteam freuen sich nun, den neuen GAV am 24. April 2015 den Mitgliedern von transfair zur Ratifizierung vorzulegen.
Einige der zentralen Eckpunkte des neuen GAV sind die folgenden:

Geltungsbereich

Einerseits werden bei allen GAV neu Mitarbeitende ab der Funktionsstufe 10 ausserhalb des GAV angestellt werden. Neu werden aber sowohl Lernenden wie auch Aushilfen dem GAV unterstellt sein.
+ Insgesamt profitieren dadurch mehr Mitarbeitende vom Schutz des GAV – für transfair deshalb ein klarer Pluspunkt.

Lohn, Lohnsystematik und Zulagen

Zentraler Punkt für transfair war, dass es für die heute bei der Post tätigen Mitarbeitenden keine Lohnsenkungen geben darf. Dieses Ziel ist erreicht. Der automatische Lohnanstieg über zwölf Jahren wird umgewandelt. Unabhängig von den Anstellungsjahren  können alle Mitarbeitenden von individuellen Lohnmassnahmen profitieren. Ein Wermutstropfen ist jedoch die Senkung der Lohnbandobergrenze einiger Funktionsstufen bei PV.
Neu wird die AMZU direkt in den Lohn eingebaut. Neu werden zudem die meisten Zulagen bei der Pensionskasse versichert und tragen damit zu einer Verbesserung der Rente bei. Anstelle der AMZU werden vier abgestufte Lohnbänder eingeführt.
Für transfair fällt die Wertung in diesem Bereich insgesamt ausgeglichen aus.

Ferien, Feiertage und Treueprämien

Neu wird die Ausgleichswoche in eine Woche Ferien umgewandelt. Einzelne Ferientage ab 50, respektive 60 Jahren wurden gekürzt, dafür konnte der Nachbezug von Feiertagen gerettet werden. Die Kürzung der Ferientage kann dadurch insgesamt aufgefangen werden. Für die Mitarbeitenden von PostAuto Schweiz AG bleibt die Ausgleichswoche als solche bestehen.
Bei der Umgestaltung der Treueprämien musste transfair Zugeständnisse eingehen. Einer Treueprämie bereits ab fünf Dienstjahren stehen tiefere Treueprämien ab dem 20. Dienstjahr gegenüber. Es ist transfair aber gelungen, Übergangsregelungen auszuhandeln, von der sowohl Mitarbeitende mit 20 und mehr Dienstjahren wie auch Mitarbeitende, die zwischen 1. Januar 2009 und 31. Dezember 2010 zur Post gekommen sind, profitieren können.
Für transfair ist die Bilanz dieses Punktes ausgeglichen. Vor- und Nachteile halten sich in etwa die Waage.

Kündigungsschutz und Sozialplan

Der Sozialplan bleibt in seiner bisherigen Form bestehen. Dies ist für transfair eine der wesentlichen Errungenschaften aus den Verhandlungen. Die Kündigungsmodalitäten haben, bedingt durch den Wechsel vom Bundespersonalgesetz zum Obligationenrecht, einige Veränderungen erfahren. Es ist transfair aber gelungen, einige Schutzmechanismen zu erhalten, etwa im Falle von missbräuchlichen Kündigungen. Zudem können Mitarbeitende, die mindestens 50 Jahre alt sind und mehr als 20 Dienstjahre vorweisen, eine längere Kündigungsfrist beantragen.
+ Die Resultate in diesem Punkt sind für transfair klar positiv zu werten.

Abend-, Nacht- und Sonntagsarbeit

Dadurch, dass sich die Arbeitsbedingungen der Post zum grössten Teil neu nicht mehr nach dem Arbeitszeitgesetz, sondern nach dem Arbeitsgesetz richten, verändern sich auch die Grundlagen, nach denen sich die Zeit- und Geldzuschläge bei Abend-, Nacht- und Sonntagsarbeit richten. In den Verhandlungen konnte transfair mit der Post eine Lösung erarbeiten, mit der die Zuschläge in angepasster Form erhalten werden können. Zudem sind die Geldzuschläge neu bei der Pensionskasse versichert und wirken sich somit positiv auf die künftige Rente aus.
+ transfair wertet das Ergebnis insgesamt als positiv, wichtige Zuschläge konnten erhalten werden.
Die Arbeit geht aber noch weiter, nun folgen GAV-Verhandlungen für verschiedene Konzerngesellschaften der Post, unter anderem etwa bei SecurePost, IMS und DMC.

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Einsatzbereiche
Die Schweizerische Post, Poststellen und Verkauf, PostMail, PostLogistics, PostAuto AG, PostFinance AG