Überfall! Und was kommt danach?

Überfall! Und was kommt danach? © pathdoc/fotolia.com
20.10.2016

Überfälle auf Poststellen sind tragisch. Besonders für Betroffene, welche im schlimmsten Fall mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben und als Folge dessen ihre Arbeit verlieren und dadurch in finanzielle Not geraten. Massnahmen zum besseren Schutz der Mitarbeitenden nach solchen Schockereignissen sind notwendig.

Leider gibt es jährlich immer noch einige Überfälle auf Poststellen. Betroffene Mitarbeitende sind danach traumatisiert und haben oft Mühe, wieder ins Arbeitsleben zu finden. Krankheitsabwesenheiten wegen Depressionen, Angstzuständen oder psychischen Problemen können in der Folge zur Arbeitsunfähigkeit und somit zu Erwerbsausfall führen. Diese Situation löst beim Arbeitgeber und auch bei den Betroffenen Folgekosten aus, welche bei langfristigen Zuständen schlussendlich auch auf die Krankenkassen und damit auf die Gesellschaft zurück schlägt. Von dieser Situation betroffen sind alle – Angehörige, Arbeitskolleginnen und -ollegen und Menschen aus dem privaten Umfeld.
 
transfair mit konkreten Lösungen für ein besseres Sicherheitsempfinden
Wir haben uns mit dem Leiter Sozialberatung der Post (P6), Lorenz Kopp, zu einem Austausch getroffen. Grund für dieses Treffen waren Beispiele aus aktuellen und Langzeitfällen, die darauf hinweisen sollen, wo aus unserer Sicht noch Prozessoptimierungen bei der Betreuung und Begleitung notwendig sind. Insbesondere sollte die Sozialberatung noch konsequenter einbezogen werden, auch wenn die Betroffenen dies häufig in der ersten Phase nach dem Überfall aufgrund ihres Schockzustands als nicht notwendig erachten. Dadurch können die traumatisierten Mitarbeitenden rascher entlastet werden und sich auf die Erholung konzentrieren.
Ferner regten wir die Erstellung einer Checkliste an. Alle Mitarbeitenden, vor allem jenen von Poststellen und Verkauf, sollen damit die Möglichkeit erhalten, zu wissen, wie das konkrete Vorgehen nach einem Überfall aussieht.

Beim Treffen haben wir aufgrund eines aktuellen Vorfalles auf die Problematik von fehlenden Defibrillatoren, die momentan nur bei grossen Standorten vorhanden sind, aufmerksam gemacht. Herzstillstände können bei Kunden und Mitarbeitenden eintreten.
 
So geht es weiter
Wir haben das weitere Vorgehen auf zwei Achsen beschlossen. Einerseits hat P6 unsere Forderungen entgegen genommen und wird die Erstellung einer Checkliste zum Vorgehen bei Überfall mit allen involvierten Stellen, wie beispielsweise Sozialberatung, Unternehmenssicherheit, Poststellen und Verkauf sowie weitergehende Massnahmen prüfen. Andererseits wird transfair die Thematik auch in der Fachkommission Poststellen und Verkauf zur Diskussion bringen.