Sozialplan der Post kommt in die Jahre

Sozialplan der Post kommt in die Jahre © birdy's/photocase.com
29.07.2016

Mit dem ersten GAV 2002 wurde ebenfalls der aktuelle Sozialplan Post eingeführt und dieser wurde unverändert in den GAV 2016 übernommen. Seit 2002 haben sich verschiedene Faktoren und Rahmenbedingungen weiterentwickelt. Das führt dazu, dass sich die Empfehlungen der HR-Beratenden der Post und der Mitarbeitenden der Regionalsekretariate von transfair verändert haben.

Schulung und Erfahrungsaustausch
Als Folge verschiedener Einzelfallmeldungen hat sich die Post dazu bereit erklärt, eine Schulung mit Erfahrungsaustausch mit den Regionalsekretariaten von transfair durchzuführen. Alle Regionen von transfair beteiligten sich am regen Austausch mit den Spezialisten der Post, an welchem auch die aktuelle Situation aufgezeigt und Interpretationsverständnisse mitgeteilt wurden.
 
Sozialplan veraltet
Seit der Inkraftsetzung des ersten Sozialplan Post im Jahre 2002 sind 14 Jahre vergangen. Die spannende Diskussion machte deutlich, dass der heutige Sozialplan aufgrund sich laufend verändernden Rahmenbedingungen zwar noch tauglich ist, jedoch in gewissen Fällen eine Erneuerung bräuchte und nicht mehr vollständig zufriedenstellend ist.  Auch bei der Anwendung fanden grundlegende Anpassungen statt. Früher war die Anwendung der Ziffer 4noch Standard und möglich. Bei grossen organisatorischen Veränderungen bei Poststellen und Verkauf ist jedoch nicht mehr gegeben, dass bei der Veränderung des bisherigen Arbeitsverhältnisses ein zumutbares Angebot gemacht wird. Bei einem Stellverlust ohne zumutbares Angebot wird Ziffer 5 angewendet. Dabei stehen vier verschiedene Leistungspakete zur Auswahl. Das Leistungspaket 1, welches die Unterstützung bei der Stellensuche von 4-20 Monaten Dauer beinhaltet, wurde bis vor kurzem als beste Option empfohlen. Die Trends hingegen zeigen, dass Austritt mit Bildungsmassnahmen, Starthilfe zur Selbständigkeit oder ein Outplacement durchaus auch sinnvolle Alternativen sein können. In Einzelfällen kann sogar über die Zahlung einer Abgangsentschädigung verhandelt werden.
 
Veränderungen zulassen
Nach einem Stellenverlust loszulassen ist nicht immer einfach. Soll die Stellensuche Früchte tragen, muss man das Glück selbst in die Hand nehmen und initiativ und kreativ bei der Lösungssuche sein. Andererseits ist auch wichtig, mit der Zeit bei der Post abzuschliessen, denn nur so ist der Weg in eine neue Zukunft offen. Die Eigeninitiative wird immer wichtiger, denn auch die Rolle der HR-Beratenden hat sich verändert. Eine Art Rückversicherung kann da ein Netzwerk an Kontakten sein. Dieses gilt es bereits vor drohendem Stellenverlust aufzubauen und zu erweitern, denn nur noch etwa die Hälfte der Stellen werden ausgeschrieben, die andere Hälfte wird durch persönliche Kontakte vermittelt. Eine Möglichkeit, solche Kontakte zu Knüpfen bietet sich am 8. September 2016. transfair organisiert ein Forum zum Thema «Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung».
 
Unsere Regionalsekretariate sind für Sie da!
Da die HR-Beratenden den Arbeitgeber vertreten ist es gut, eine treue Unterstützung auf seiner Seite zu wissen. Auf die Regionalsekretärinnen und Regionalsekretäre von transfair können Sie sich verlassen, denn sie vertreten die Interessen der Arbeitnehmenden kompetent. Bei Fragen zu Leistungspaketen oder zum Sozialplan stehen Ihnen die Regionalsekretariate von transfair gerne zur Verfügung.