Sozialpartnerschaftliche Gespräche mit der Presto AG

Sozialpartnerschaftliche Gespräche mit der Presto AG © Andrey Popov / Fotolia
23.07.2015

Am 16. Juli 2015 fanden sozialpartnerschaftliche Gespräche zwischen den Gewerkschaften und der Geschäftsleitung der Presto AG statt. Wir haben in unseren Forderungen finanzielle sowie organisatorische Punkte berücksichtigt.

Die wichtigsten Resultate der Sitzung

Presto konnte 2014 knapp ein gutes Ergebnis erzielen und 2015 sieht es auch gut aus, doch Presto ist weiterhin in einer schwierigen Situation und kämpft mit äusserst tiefen Margen. Kosten verursachende Forderungen verschlimmern die Situation von Presto.Es war uns natürlich bewusst, dass wir vor diesem Hintergrund schwerlich Lohnerhöhungen erzielen konnten. Trotzdem haben wir einige wichtige Punkte in die Diskussion eingebracht und erreicht:
  • Fällt an einem kantonalen Feiertag (in der Regel katholische Feiertage) ein Titel weg, wird trotzdem der volle Tourenlohn bezahlt, dies darum, weil die Tour trotzdem vollumfänglich abgelaufen werden muss. Diese Forderung wird bereits seit Mai 2014 umgesetzt. Als Berechnungsgrundlage wird die Vortagesmenge genommen.
  • Juristische Abklärungen bezüglich Feiertagsentschädigung (1. August) für Stundenlöhner werden getätigt.
  • Wartezeiten werden mit dem Spesenformular entschädigt.
  • Wir haben festgestellt, dass offensichtlich viele Mitarbeitende darauf verzichten, die Spesenabrechnung auszufüllen. Es ist für transfair schwierig, eine Lohnentwicklung zu verhandeln, wenn das, was einem zusteht, nicht beansprucht wird. Man kann das auch so verstehen, dass ein paar Franken mehr oder weniger im Portemonnaie nicht relevant sind.
  • Die Verschiebung von Tour x zu Tour y wird mit Spesenformular entschädigt, falls VerträgerIn z.B. wegen Krankheit oder Unfall einer KollegIn einspringen muss.
  • Bei vielen weiter oben erwähnten Punkten haben wir aufgrund der transparenten Information durch Presto erkannt, dass gewisse Ängste unberechtigt sind. Hier hat Presto aber zugesichert, im nächsten «Presto Aktuell» nochmals über diese Themen zu informieren.
  • Presto hat ferner zugesichert, auch die internen administrativen Abläufe weiterhin zu messen. Damit wird eine Art «Gerechtigkeit» zwischen Administration und Verträgerinnen und Verträger hergestellt.
  • Presto will Einzelfälle weiterhin rasch bearbeiten, wünscht jedoch, dass die Linie eingehalten wird: Verträger/in àVerträgerchef/in àStandortleitung. Erst wenn es
    auf dieser Stufe keine zufriedenstellende Antwort gibt, kann die Leitung Betrieb direkt kontaktiert werden.
Hintergrundinfos Aufseiten des Personalverbandes transfair haben folgende Personen am Gespräch vom 21. Juli teilgenommen:
  • R. Blänkner, Präsidentin der BEKO Standort Bern und Präsidentin des Firmenvorstandes transfair von Presto
  • C. Grüter, Präsidentin der BEKO Standort Innerschweiz und Mitglied des Firmenvorstandes transfair von Presto
  • R. Fürst, Leiter Branche Post/Logistik von transfair
Zuvor, an der Firmenversammlung vom 24. April 2015, wurde unter der Leitung von Anja Schuler intensiv über aktuelle Themen diskutiert und diese entsprechend protokolliert. Diese Informationen wurden an der Sitzung des Firmenvorstandes vom 23. Juni wieder aufgenommen für die Eingabe der Forderungen für die oben erwähnte Sitzung.

Zur schwierigen Situation von Presto
  • Die Mengenentwicklung ist dramatisch, von 2010 (309 Mio Exemplare) zu 2014 (277 Mio Exemplare) beläuft sich der Verlust auf minus 89‘000 Exemplaren pro Tag. Die Prognose für 2017 sieht nochmals eine Reduktion auf 246 Mio. Exemplaren vor.
  • Die Preisentwicklung ist zwar positiv, dies führt aber dazu, dass dies auch Teil der Abo-Preiserhöhungen darstellt, was weitere Kündigungen auslöst.
  • Ab 2017 entstehen Presto höhere Kosten bezüglich der SUVA, da aufgrund der Neuaufteilung des Postkonzerns ein Teil der «Quersubventionierung» der SUVA-Prämie durch die PostFinance wegfällt.
Einsatzbereiche
Presto AG