Schon wieder Verhandlungen zur Konsolidierung der PK Post

Schon wieder Verhandlungen zur Konsolidierung der PK Post © Die Schweizerische Post
03.11.2016

Kaum wurde die letzte Konsolidierungsrunde per 1. Januar 2016 umgesetzt, sind morgen erneut Verhandlungen zur Sicherung der Pensionskasse Post notwendig. Läuft da etwas schief oder wer ist schuld daran?

Bei den Neuverhandlungen, die am 4. November starten, werden erneut der technische Zins, die Umwandlungssätze und unter Umständen auch die Anwartschaften (Kinder- und Witwenrenten) im Mittelpunkt stehen. Für transfair steht der Inhalt der an der Delegiertenversammlung 2016 einstimmig genehmigten Resolution im Zentrum der Forderungen. Die Kernfrage jedoch ist und bleibt: «Wer bezahlt die Zeche?».

transfair ist der Meinung, dass die Arbeitgeberin die notwendige Erhöhung der Kapitalien der Rentner zu 100 Prozent übernehmen muss. Weil die Post durch Reorganisationen aktiv zur Verschlechterung des Verhältnisses Aktive versus Rentner beiträgt, ist sie nun gefordert, mit einem spürbaren Engagement zu einer nachhaltigen Konsolidierung beizutragen. Aber auch unsere Vorstellungen einer sozialen Arbeitgeberin werden wir nochmals bekräftigen und eine Lösung fordern. Erneut geht es um sehr viel, ist doch ein grosser Teil der Mitarbeitenden der Post davon betroffen.
 
Warum schon wieder Verhandlungen?
Die Gründe für die Neuverhandlungen sind der noch knapp über 100 Prozent liegende Deckungsgrad der Pensionskasse Post, der Wille zur Verhinderung einer Sanierung (bei einem Deckungsgrad von unter 100 Prozent notwendig), das sich verschlechternde Verhältnis Aktive gegenüber Rentner und vor allem die weiter einbrechenden Erträge aus dem Anlagemarkt. Wenn die Erträge aus dem Anlagemarkt zu wenig hoch sind, um die Verpflichtungen gegenüber den Rentnern zu decken, erfolgen Umlagen von den Aktiven zu den Rentnern. Als Konsequenz daraus stehen zu wenig Mittel für eine angemessene Verzinsung der Sparkapitalien der aktiv Versicherten zur Verfügung. Die aktuelle Verzinsung der Sparkonti der aktiv Versicherten ist deshalb wesentlich tiefer als diejenige der Rentner. Das führt dazu, dass das Sparkapital der Aktiven deutlich schwächer anwächst.
 
Veränderungen per 1. Januar 2016
Die per Anfang Jahr umgesetzten Anpassungen betrafen die Senkung des technischen Zinses von 3.0 auf 2.25 Prozent, die Senkung des Umwandlungssatzes von 5.85 auf 5.35 Prozent im Alter 65 sowie die Erhöhung der Sparbeiträge arbeitgeber- und arbeitnehmerseitig um je 1 Prozent. Die Risikobeiträge wurden nur auf der Arbeitgeberseite von 2.0 auf 1.0 Prozent gesenkt, diejenigen der Arbeitnehmenden sind unverändert auf 1.0 Prozent geblieben.
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