Schleichender Abbau der Hauszustellung: Nimmt die Post den Grundversorgungsauftrag noch ernst?

Schleichender Abbau der Hauszustellung: Nimmt die Post den Grundversorgungsauftrag noch ernst? © minzpeter / Fotolia.com
03.11.2015

Das Postgesetz und die dazugehörige Verordnung regeln den Grundversorgungsauftrag der Post. Trotzdem liest man immer wieder in den Zeitungen, dass Hauszustellungen in abgelegene Orte eingestellt werden. Sei dies nun in Graubünden, im Berner Oberland oder im Solothurner Jura – es scheint, keine Region ist sicher vor diesem Leistungsabbau. Da fragt man sich doch: Nimmt die Post den Grundversorgungsauftrag überhaupt noch ernst oder macht sie einfach was sie will?

transfair hat nachgefragt
Gemäss Post wird jährlich bei über 100 Haushalten überprüft, ob sie noch hauszustellungsberechtigt sind oder nicht. Es geht nicht nur um wirtschaftliche Aspekte. Die Post ist zur Hauszustellung von Postsendungen in folgenden Fällen nicht verpflichtet:
  • Unverhältnismässige Schwierigkeiten (wie schlechte Strassenverhältnisse)
  • Gefährdung des Zustellpersonals
  • Nichteinhalten von Vorgaben für Briefkästen und Briefkastenanlagen
  • die Reduktion der Zustellfrequenz
  • Zuweisung eines anderen Zustellpunktes.
 
Bevor es dazu kommt, dass der Empfänger oder die Empfängerin die Post selbst abholen muss, kommt es zu einem Gespräch mit der Post. Die Argumente werden sorgfältig abgewogen und gemeinsam eine Entscheidung getroffen.
 
transfair setzt auf Fingerspitzengefühl bei der Post
Offiziell gibt es keine flächendeckenden Programme, welche die Postzustellung gezielt reduzieren sollen. Im Gegenteil – würde die Post die Verordnung 1:1 umsetzen, müssten sich wohl Hunderte vor der Einstellung der Hauszustellung fürchten.
Die Post setzt die Verordnung bisher mit Augenmass und Fingerspitzengefühl um. Grund dafür ist, dass die Postsendungen aus Sicht der Post grundsätzlich ohne wenn und aber den Weg zum Empfänger finden müssen.

transfair begrüsst das Vorgehen und macht sich dafür stark, dass auch in dezentralen Gebieten die Arbeitsstellen bestehen bleiben. Im Sinne der Arbeitnehmenden und im Sinne eines guten Service Public!
Einsatzbereiche
Die Schweizerische Post, PostMail