PostAuto-Affäre kostet CEO Ruoff und der gesamten PostAuto-Führung den Kopf

PostAuto-Affäre kostet CEO Ruoff und der gesamten PostAuto-Führung den Kopf © Die Schweizerische Post
11.06.2018

Am 10. Juni 2018 ist die Bombe geplatzt. Kurz nachdem der Bericht, der von Urs Schwaller, Verwaltungsratspräsident der Schweizerischen Post AG, angeordneten Expertenuntersuchung vorlag, teilte CEO Susanne Ruoff in einer Medienmitteilung ihren Rücktritt mit. transfair würdigt das Vorgehen der Konzernchefin.

Heute präsentierte Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller, die Untersuchungsergebnisse der PostAuto-Affäre und informierte, dass neben Susanne Ruoff, auch die gesamte Geschäftsleitung von PostAuto Schweiz AG und die Leiterin der internen Revision per sofort freigestellt wurden. Weiter wird die per 1. Januar 2016 mit dem Projekt IMPRESA eingeführte Holdingstruktur rückgängig gemacht und das Engagement bei PostAuto France geprüft.
 
Wie auch Urs Schwaller, ist transfair über die systematische Gewinnverschleierung und das Erschleichen von Subventionen in einem solch grossen Masse erschüttert. Deshalb sind die getroffenen Personalentscheide im Sinne von transfair und von Branchenleiter, René Fürst: «Ich begrüsse, dass es für die Freigestellten keine goldenen Fallschirme gibt.»
 
PostAuto muss wieder vertrauenswürdig werden!
Der Bundesrat hat das Bundesamt für Polizei mit der Einleitung eines Verwaltungsstrafverfahrens betraut. transfair erachtet es als wichtig, dass diese Untersuchungen rasch und doch mit der notwendigen Sorgfältigkeit durchgeführt werden.
 
transfair fordert nun eine Überprüfung der Governance, eine Verstärkung der Compliance Strukturen sowie organisatorische Veränderungen bei PostAuto. Verstösse jeglicher Art, und insbesondere gegen das Subventionsrecht, dürfen in Zukunft nie wieder vorkommen. Nur so lässt sich das verlorene Vertrauen der Kunden, der Mitarbeitenden, der Bevölkerung, der Bestellerkantone, und des Regulators in PostAuto wieder herstellen.
 
Die entstandenen Vakanzen bei der Geschäftsleitung von Postauto und der Konzernleitung müssen schnellst möglichst durch erfahrene und kompetente Führungspersonen besetzt werden. Es ist wichtig, dass die Post und das Personal, das, trotz PostAuto-Affäre, weiter hart für die Zielerreichung von PostAuto gearbeitet hat, wieder zu Ruhe kommen und die Herausforderungen der Zukunft sozialverantwortlich angegangen werden können.
Einsatzbereiche
Die Schweizerische Post, PostAuto AG