Personalumfrage: Alles paletti?

Personalumfrage: Alles paletti? © jannoon028
06.10.2016

Im Mai 2016 hat die Post eine umfassende Personalbefragung durchgeführt. Im Vorfeld der Personalumfrage haben wir unsere Mitglieder zur aktiven Mitwirkung aufgerufen, dies mit dem Ziel um zu sehen, ob sich einerseits der Rücklauf erhöht und ob sich beim Faktor «Anstellungsbedingungen» etwas verändert, das Rückschlüsse auf die Zufriedenheit mit dem neuen GAV zulässt. transfair hat die Resultate analysiert und kann ein deutliches Fazit ziehen: beide Szenarios sind eingetreten. Eine grosse Unzufriedenheit des Personals ist spürbar vor allem auch bei den Anstellungsbedingungen.

Übersicht
Im Mai 2016 wurden über 48'000 Mitarbeitende in 15 Länder befragt. Der konzernweite Rücklauf knackt mit 79.2% die bisherige Höchstmarke von 78.6% im Jahr 2014. Bei einer so grossen Befragungsgruppe braucht es viel, dass sich Ergebnisse verändern. Trotzdem sind die Konzernweiten Werte bei der Kundenorientierung, Personalzufriedenheit, Strategie und Nachhaltigkeit um je 1% und bei den Anstellungsbedingungen, welche Aspekte wie Lohn, Ferien, Sozial- und Nebenleistungen beinhalten, gar um 2% gesunken
 
Post CH AG
Dasselbe Bild, wie über den ganzen Konzern gesehen, zeigt sich auch in den drei Bereichen der Post CH AG. Vor allem die Anstellungsbedingungen und die Personalzufriedenheit werden schlechter bewertet.
 
Poststellen und Verkauf schneidet deutlich schlechter bei der Zielorientierung, dem Arbeitsinhalt, den Anstellungsbedingungen und dem Management ab. PostMail sticht durch Verschlechterungen bei der Personalzufriedenheit und den Anstellungsbedingungen heraus. Und PostLogistics hat ein Problem damit, dass die Identifikation der Mitarbeitenden abnimmt, die Anstellungsbedingungen schlechter bewertet werden und die Strategie weniger klar erkennbar ist.
 
PostAuto AG
Auch bei PostAuto sind es die Anstellungsbedingungen, welche mit minus 3 Punkten deutlich schlechter ausfallen als 2015. Interessant ist hier, dass die Mitarbeitenden die Fragen «Ich bin selbst für den Erfolg meines Bereiches wichtig» und «Die Arbeitszeitregelung entspricht meinen Bedürfnissen» um 2 Punkte weniger hoch bewerten. Beides Hinweise darauf, dass die Mitarbeitenden vermehrt das Management in der Pflicht sehen und nicht sich selbst.
 
PostFinance AG
Die Mitarbeitenden von PostFinance schätzen ihre Situation leicht positiver ein als noch vor einem Jahr, vor allem in den Punkten Veränderung und Innovation sowie Zusammenarbeit.
 
Und es gibt weitere gute Beispiele. Bei Swiss Post Solutions (SPS) zeigt sich eine durchwegs erfreuliche Entwicklung: sämtliche Fragen wurden im Vergleich zur letzten Umfrage positiver oder gleichbleibend beantwortet. Aber auch bei SPS besteht, besonders bei den extrem tiefen Werten der Anstellungsbedingungen, noch deutlicher Handlungsbedarf.
 
Jetzt muss die Post handeln!
Für transfair ist klar, die Post muss handeln. Denn um Erfolg zu haben, muss man sich auf motiviertes Personal verlassen können. Die Tatsache, dass die Mitarbeitenden, unabhängig von Beschäftigungsgrad oder Geschlecht und besonders das langjährige Personal, mit den Anstellungsbedingungen und der jetzigen Arbeitssituation weniger zufrieden sind, spricht Bände. Die Fragen nach einem gerechten Lohn für seine Arbeit und die gesamten Anstellungsbedingungen werden durch die Mitarbeitenden mit Monopolausbildung signifikant schlechter bewertet als im Vorjahr. Die konkrete Frage allerdings, ob die neuen GAV an dieser Situation schuld sind oder nicht, wurde nicht gestellt. Für uns sind die Erkenntnisse unserer Analyse jedoch klare Indizien auf einen Zusammenhang. Wir werden uns deshalb mit dieser Thematik intensiv auseinandersetzen und entsprechende Aktivitäten initialisieren, um in die für unsere Mitglieder ausschlaggebenden Punkte einen besseren Einblick zu erhalten.
Einsatzbereiche
Die Schweizerische Post