LKW-Chauffeure: Entscheid für «Sozialplan+»

LKW-Chauffeure: Entscheid für «Sozialplan+» © transfair
10.12.2015

Die Post, die Gewerkschaft syndicom und der Personalverband transfair haben die Umsetzung des Sozialplans in zwei Gesprächsrunden konkretisiert. Die Post wird allen betroffenen LKW-Chauffeuren eine zumutbare Weiterbeschäftigung anbieten. Mitarbeitende über 55 Jahre und mit mehr als 20 Dienstjahren erhalten ein konzerninternes Weiterbeschäftigungsangebot. transfair bedauert den Entscheid der Post, die Auslagerung trotz eingereichten Konsultationsvorschlägen nicht rückgängig zu machen. Die betroffenen LKW-Chauffeure haben sich im Rahmen einer Abstimmung für das Verhandlungsresultat «Sozialplan+» entschieden.

Nach der Mitgliederversammlung am 5. September 2015 in Zürich, hat transfair seine Forderungen im Rahmen der sozialpartnerschaftlichen Verhandlungen an die Post formuliert. Das Konsultationsverfahren wurde zwischenzeitlich jedoch erfolglos beendet. Seither haben sich die Sozialpartner zweimal getroffen und die Rahmenbedingungen für die Umsetzung der Auslagerung verhandelt.

Hart aber fair verhandelt

transfair hat sich während den Verhandlungen bewusst auf seine Stärke konzentriert, hat hart aber fair im Interesse der Mitglieder verhandelt. So konnte erreicht werden, dass die Post auf alle Forderungen von transfair eingetreten ist. Die Verhandlungsresultate übertreffen deshalb den im GAV definierten Sozialplan:
  • Alle betroffenen Mitarbeitenden erhalten ein zumutbares Angebot.
  • Mitarbeitende ab Jahrgang 1961 mit mindestens 20 Dienstjahren erhalten ein konzerninternes, zumutbares Angebot.
  • Erste Gespräche sind im Januar 2016 geplant, können auf ausdrücklichen Wunsch aber auch früher stattfinden.
  • Das Gespräch wird mindestens zwei Wochen vorher angekündigt.
  • Den Mitarbeitenden steht es frei, eine Vertrauensperson beizuziehen. In der Einladung wird auf diese Möglichkeit hingewiesen.
  • Die Arbeitszeit wird bei der Beurteilung der Lohnzumutbarkeit berücksichtigt.
  • Es wird eine Schlichtungsgruppe gegründet, in der beide Seiten, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite, zu gleichen Teilen vertreten sind. Den Vorsitz hat die Post.

Kommende Gespräche

Die betroffenen Mitarbeitenden werden nun im Rahmen des Sozialplan+ zu einem Gespräch eingeladen, an dem besprochen wird, welche Vorstellungen die Mitarbeitenden bezüglich ihrer beruflichen Zukunft haben. Zu diesem Gespräch ist auch eine Vertrauensperson eingeladen. Darauffolgend erhält der Mitarbeiter ein erstes zumutbares Angebot, das er annehmen oder ablehnen kann. Lehnt die betroffene Person das Angebot ab, könnte die Schlichtungsgruppe ein zweites zumutbares Angebot anbieten. Dem Mitarbeiter steht dann offen, ob er das erste oder zweite Angebot annimmt oder beide ablehnt. Anschliessend kommt der Sozialplan gemäss GAV zum Zug. transfair unterstützt seine Mitglieder auch während dieser Phase und steht als kompetente, neutrale Verstärkung zur Seite.
 
Einsatzbereiche
Die Schweizerische Post, PostLogistics AG