Herkulesaufgabe Pensionskasse Post

Herkulesaufgabe Pensionskasse Post @ Coloures-pic
04.04.2016

Tiefe Obligationenzinsen und sinkende Erträge aus den Aktienmärkten betreffen auch die Pensionskasse Post. Kann oder muss kurzfristig gehandelt werden?

Situation der Anlagemärkte

Die wichtigsten Anlagekategorien der PK Post sind: Obligationen, Aktien, alternative Anlagen und Immobilien. Der Stiftungsrat (SR) beschliesst eine Anlagestrategie, welche die wichtigsten Anlagekategorien beinhaltet. Aktuell besteht ein tiefes Zinsumfeld und Aktien werfen wenig Rendite ab. Im Moment können mit den erwirtschafteten Renditen die notwendigen Zinsen, die für den Erhalt des heutigen Rentenniveaus relevant sind, nicht gedeckt werden. Die aktuell niedrige Rendite wird sich wohl in absehbarer Zeit nicht verbessern, haben die grossen Zentralbanken doch erst vor Kurzem die Beibehaltung des tiefen Zinsumfeldes bestätigt.

Langfristiger Horizont

Die Pensionskassen sind in einem Langfristgeschäft tätig, d.h. sie legen Geld wenn möglich in mehrjährigen Anlagen mit möglichst hohen Renditen unter Beachtung der Risiken an. Auch deshalb ist die Entwicklung in Zeiträumen von mindestens 10, besser 20 oder sogar 30 Jahren zu betrachten. Der Deckungsgrad (DG) als Indikator sagt in Prozenten aus, ob die Pensionskasse in der Lage ist, ihren Verpflichtungen wie beispielsweise die Auszahlung der Renten zu erfüllen. Liegt der Wert über 100 Prozent ist diese Voraussetzung erfüllt, liegt er darunter, ist diese Voraussetzung nicht erfüllt. Ein Wert von z.B. 90 Prozent würde bedeuten, dass die Pensionskasse theoretisch nicht mehr in der Lage wäre, alle Verpflichtungen zu bezahlen, wenn von heute auf morgen sämtliche Ansprüche fällig wären.

Situation Pensionskasse Post

Wie sieht es bei der PK Post aus? Von 2008 bis Anfang 2015 hat sich der Deckungsgrad von unter 90 Prozent auf über 100 Prozent positiv entwickelt, auch Dank verschiedener Korrekturmassnahmen. Nach einem schwierigen Anlagejahr im Jahr 2015 lag der Deckungsgrad Ende Jahr bei 99.4%, am 1. Januar 2016 lag er aber, nach den per 1.1.2016 umgesetzten Massnahmen, wieder bei 100,6 Prozent. Liegt der Deckungsgrad über 100 Prozent, sind keine Sanierungsmassnahmen erforderlich.  

Grosse Herausforderungen – wer bezahlt?

Die Abnahme des Aktivenbestandes, der grosse und weiter steigende Anteil von RentnerInnen, eine tiefe Verzinsung des Sparkapitals der Aktiven, die weiter steigende Lebenserwartung, das gesunkene Niveau der Durchschnittslöhne der unteren Funktionsstufen, der Sozialplan und das Erreichen der angestrebten Altersleistung sind keine abschliessende Auflistung von Herausforderungen, die zur Herkulesaufgabe für die Beteiligten werden. Es gibt immer Lösungen, die Frage ist nur: Wer bezahlt und wann ist der richtige Zeitpunkt für Massnahmen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich transfair derzeit intensiv.