Heisser Verhandlungsherbst für die Branche Post/Logistik

Heisser Verhandlungsherbst für die Branche Post/Logistik © white-studio
01.11.2016

Uneinigkeit bei der Umsetzung der Lohnmassnahmen 2016, Lohnverhand-lungen für das nächste Jahr und eine weitere Konsolidierungsrunde bei der Pensionskasse (PK) Post sorgen dafür, dass die im November und Dezember angesetzten Verhandlungstermine einige Spannung enthalten.

Grundsätzlich ist transfair der Meinung, dass eine Vermischung der Verhandlungsthemen PK Post, Lohnrunde, sowie Gesamtarbeitsvertrag (GAV) und dem darin integrierter Sozialplan nicht sinnvoll ist. Weil eine Vermischung dieser Themen zu einer unübersichtlichen und für die Mitarbeitenden nicht mehr nachvollziehbaren Komplexität führt und zusätzlich auf der zeitlichen Achse zu unterschiedlich wirkt. Vielmehr sollte dringend übergeordnet die Frage nach den Erwartungen an eine soziale Arbeitgeberin geklärt werden.
 
Summe für individuelle Lohnerhöhungen
Am 15. Juli hat eine Aussprache zwischen der Post und den vertragschliessenden Personalverbänden stattgefunden, in der die Umsetzung der Lohnmassnahmen 2016 diskutiert wurde. transfair bemängelte, dass die Löhne ausserhalb des Lohnbandes bei der Berechnung der zur Verfügung stehenden Lohnsumme für die individuellen Lohnerhöhungen nicht berücksichtig wurden. Anlässlich dieser Sitzung konnte keine Einigung erzielt werden. Die Verbände forderten deshalb die Einberufung der GAV-Vollzugskommission. An der Sitzung der GAV-Vollzugskommission vom 7. Oktober 2016 haben sich die Beteiligten darauf geeinigt, eine Lösung auf dem Verhandlungsweg zu suchen. > mehr zum Thema

Verhandlungen Lohnrunde für 2017

Im neuen GAV 2016 sind vier Parameter definiert, welche für die Lohnverhandlungen berücksichtigt werden. Darin enthalten ist auch die Entwicklung der Teuerung, die sich auf den Landesindex der Konsumentenpreise (LIK), abstützt. Die Negativteuerung hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich abgeschwächt. Im LIK jedoch nicht enthalten ist der Krankenkassenprämienindex.
 
Unsere Mitglieder wollen trotz leicht negativer Teuerung spürbare Resultate sehen, dank denen Sie z.B. die horrenden Erhöhungen von Krankenkassenprämien finanzieren können. Zusätzliche Kosten entstehen durch die Senkung der Rabatte der Zusatzversicherungen, die auf Anordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht nur noch maximal zehn Prozent betragen dürfen. Unser Dachverband Travail.Suisse empfiehlt eine Lohnerhöhung von 1 Prozent – auch als Konjunkturstütze.

Verhandlungen Konsolidierung Pensionskasse Post

Bekanntlich sollte jede Vorsorgeeinrichtung das Ziel haben, langfristig die Gleichbehandlung zwischen den aktiv Versicherten und den Rentenbezügern sicherzustellen. Wenn die Sparguthaben der aktiv Versicherten im Durchschnitt mit dem gleichen Zinssatz verzinst werden, wie der technische Zinssatz, welcher für die Bewertung der Rentnerverpflichtungen verwendet wird, dann kann man von Gleichbehandlung sprechen. Die PK Post hat das Ziel der Gleichbehandlung seit 2008 deutlich verfehlt. Die Verzinsung der Sparkonti der aktiv Versicherten war deutlich tiefer als dasjenige der Rentner. Das führte und führt dazu, dass das Sparkapital deutlich schwächer anwächst.
Es stellt sich die Frage, wo das Geld aus den hohen Renditen der Anlagejahre 2009-2014 hingeflossen ist? Weder in die bessere Verzinsung der aktiv Versicherten noch in den Aufbau einer Wertschwankungsreserve. Sondern in Rückstellungen, welche die Post davor bewahrte, Mittel aus dem laufenden Etat für die Konsolidierung der PK Post einzuschiessen. Die aktiv Versicherten sind wütend und nicht länger bereit, noch mehr zu geben.
 
Unser Branchenvorstand hat die Verhandlungsdelegationen bestimmt und begleitet die Verhandlungen eng. Am 6. April 2017 werden die Teilnehmenden des Branchenkongresses Post/Logistik basisdemokratisch die Möglichkeit haben, sich zu den Resultaten zu äussern.
Einsatzbereiche
Die Schweizerische Post