Folgen nun Anpassungen des Beschäftigungsgrades?

Folgen nun Anpassungen des Beschäftigungsgrades? © Marek
18.06.2015
Die Post und damit auch deren Mitarbeitende sehen sich mit einem tiefgreifenden Wechsel der gesetzlichen Grundlagen konfrontiert. Die Änderung der Postgesetzgebung, getrieben von Interessen der Wirtschaft und umgesetzt durch deren politischen Interessensvertreter im Parlament, hat massive Auswirkungen. Die Post wird dadurch mit den weiteren Marktteilnehmenden gleichgestellt und untersteht deshalb zum Beispiel bezüglich des Gesamtarbeitsvertrages (GAV) nicht mehr der Abschluss- sondern nur noch der Verhandlungspflicht. Dies schwächt die Verhandlungsposition der Gewerkschaften. Weiter wurde die Schweizerische Post AG zu einer spezialgesetzlichen Aktiengesellschaft (AG) umgewandelt und untersteht seit dem 26. Juni 2013 dem Privatrecht. Post CH AG, PostAuto AG und PostFinance wurden in eigenständige Aktiengesellschaften ausgegliedert, bleiben allerdings im Besitz des Post-Konzerns (Die Schweizerische Post AG). Damit einher geht für Post CH AG und PostFinance AG der Wechsel vom Arbeitszeitgesetz (AZG) zum Arbeitsgesetz (ArG). Die PostAuto AG bleibt weiterhin dem Arbeitszeitgesetz (AZG) unterstellt. Die Anstellungsbedingungen für das Personal werden neu auf der gesetzlichen Grundlage des Obligationenrechts basieren.
 
Der neue per 1.1.2016 geltende GAV musste diese Anpassungen berücksichtigen. Gleichzeitig mit dem Inkrafttreten des neuen GAV per 1.1.2016 wird die Post (mit Ausnahme von PostAuto) also auch dem Arbeitsgesetz unterstellt. Sowohl der neue GAV als auch die neue gesetzliche Grundlage haben Auswirkungen auf die Anstellungsbedingungen. Die neuen gesetzlichen Grundlagen des ArG wären aber auch ohne neuen GAV wirksam geworden, die Auswirkungen des ArG haben mit dem neuen GAV deshalb per se nichts zu tun. Wegen der gleichzeitigen Einführung bieten aber beide Ereignisse Gesprächsstoff und können zu falschen Interpretationen führen. transfair klärt auf: Im Zusammenhang mit der Überführung der neuen EAV-Daten (Einzelarbeitsvertrag) wurden keine Beschäftigungsgrade angepasst. Mitarbeitende wurden informiert, dass Pensenanpassungen aber ein Thema sein können. Diese stehen aber nicht im direkten Zusammenhang mit dem neuen GAV, sondern werden mit dem Wechsel vom AZG in das ArG allenfalls notwendig. Die Post setzt aber alles daran, diese Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.

Konsequenzen für den Betrieb

Der Wechsel vom AZG zum ArG bringt verschiedene, grössere Anpassungen mit sich. Basierend auf den neu gültigen gesetzlichen Grundlagen können z.B. die heutigen Dienstrotationen (Früh-, Spät- und Nachtdienstkombinationen und umgekehrt) zum Teil nicht mehr weitergeführt werden. Die Post hat die Vorgesetzten und Mitarbeitenden umfangreich geschult, trotzdem führten diese Informationen offensichtlich zu Interpretationen und Spekulationen.

Vollzugskommission GAV

Ergeben sich während der Vorbereitung der Umsetzung und während der Laufzeit des neuen GAV Auslegungsfragen, wird sich die neue Vollzugskommission GAV (Gewerkschaften und Post darin vertreten) mit auftauchenden Fragen befassen.

transfair hilft weiter

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Einsatzbereiche
Die Schweizerische Post, Poststellen und Verkauf, PostMail, PostLogistics, PostAuto AG, PostFinance AG, PostLogistics AG