transfair kritisiert geplante «Weiterentwicklungspläne» von SBB Cargo

transfair kritisiert geplante «Weiterentwicklungspläne» von SBB Cargo © SBB CFF FFS
26.02.2018

Im Rahmen eines Konsultationsverfahrens wurden transfair und die weiteren Sozialpartner von SBB Cargo über ein gewaltiges Sanierungsprojekt informiert. Dieses übertrifft in seinem Ausmass alle bisherigen Reorganisationsvorhaben: Bis 2020 ist in einem ersten Schritt der Abbau von rund 330 Vollzeitstellen und bis 2023 insgesamt 750 Vollzeitstellen sowie 50 bis 100 Bedienpunkten vorgesehen. Ausserdem sind weitere Automatisierungsschritte geplant. Für transfair ein ungesunder und zu finanziell getriebener Zukunftsplan, der hoffentlich durch den Verwaltungsrat der SBB gestoppt wird.

Aus Sicht transfair ist dieser angekündigte Stellenabbau rein finanzieller Natur. SBB Cargo will so schnell wie möglich eine «schwarze Null» präsentieren können. Für den Personalverband ist es aber wichtig, dass die Geschäftsentwicklung mit den Kunden und allfälligen, neuen Partnern genau geklärt wird. Die Personalentwicklung muss auf diese Erkenntnisse ausgerichtet und entsprechend sichergestellt werden. transfair befürchtet, dass zu viel Personal zu schnell abgebaut wird. Dies weil das Netz mit seinen Bedienpunkten sowie weitere infrastrukturelle Fragen noch nicht mit den Kunden abgesprochen sind. 

Die Mitarbeitenden stehen für transfair an erster Stelle! 
Skeptisch ist transfair auch, wenn es um die geplanten Automatisierungsschritte geht. Der Personalverband bezweifelt, dass diese im angedachten Verhältnis greifen werden. SBB Cargo erhofft sich, mit vielen Pensionierungen den Personalabbau mehrheitlich ohne Kündigungen durchführen zu können. Doch dies ist rein hypothetisch: Wenn Mitarbeitende nicht, wie von Cargo berechnet, in Pension gehen wollen, wird es zu mehr Entlassungen kommen müssen. Das Resultat wäre eine nicht verkraftbare Überlastung der verbleibenen Mitarbeitenden, die diese hastigen Weichenstellungen von SBB Cargo bewältigen müssen. transfair wehrt sich vehement gegen weitere Sanierungen auf dem Rücken der Angestellten! 

Bevor solche Reorganisationsprojekt auch nur ansatzweise gestartet werden, müssen Kunden und allfällige Partner in die Geschäftsentwicklung miteinbezogen werden sowie Automatisierungsvorhaben zur Reife gebracht und sicher beherrscht werden. Parallel dazu müssen Mitarbeitende seriös auf die bevorstehenden Veränderungen vorbereitet und entsprechend aus- resp. weitergebildet werden. Ausserdem müssen die Folgen der personellen Anpassungen mit den Sozialpartnern diskutiert werden.

Der Verwaltungsrat SBB darf keine voreiligen Entscheide treffen!
transfair ruft den Verwaltungsrat SBB dazu auf, nicht voreilig über diese vorgefasste Sanierungsstrategie zu entschieden. Es ist fahrlässig einen solchen gewichtigen Entscheid zu treffen, der dann später quasi «fait acompli» vom neu bestellten Verwaltungsrat SBB Cargo übernommen werden muss. Das Ziel von SBB Cargo, das übrigens auch von der Politik mehrfach bestätigt wurde, muss nach wie vor sein, möglichst viele Transporte von der Strasse auf die Schiene zu verlagern. Die Erreichung dieses Ziels ist durch das strategische Vorhaben von SBB und SBB Cargo massiv gefährdet. 
Einsatzbereiche
SBB Cargo AG