Lokführermangel in der Produktion

Lokführermangel in der Produktion © SBB CFF FFS
13.08.2015

Strategische Personalplanung SBB Personenverkehr?

Als Ursache der heutigen Situation kann sich transfair nur eine zu wenig umsichtige strategische Personalplanung im Bereich Zugförderung vorstellen. In eine solche Planung fliessen die natürlichen Fluktuationen wie absehbare Pensionierungen, Austritte, Beschäftigungsgradwechsel und besonders die anstehenden und künftigen nicht produktiven Aus- und Weiterbildungen der Lokführenden ein. Diese Faktoren sind so genau wie möglich in der strategischen Personalplanung abzubilden. Daraus ergeben sich die zu erwartenden Personalschwankungen in der Produktion und es kann mit einer gewissen Vorlaufzeit rekrutiert werden. transfair ist sich bewusst, dass diese Planung nicht einfach ist.
 
Die SBB ist daran, den momentanen Unterbestand an Lokführenden mit diversen Massnahmen zu bewältigen. Sogar via eine Drittfirma wird ausländisches Personal in die Führerstände rekrutiert. Vorübergehend tritt die SBB auch in Widerspruch zu ihrer bekennenden Förderung von Teilzeitarbeit und stellt neue Lokführende in der Regel nur im 100-%-Pensum an, was sicherlich den Planungs- und übrigen Kostenaufwand günstig beeinflussen soll. Das bestehende Lokpersonal kann auch keine Pensumreduktion verlangen. Damit mehr Personal zur Verfügung steht, wurde zusammen mit den Sozialpartnern eine weitere, freiwillige Möglichkeit geschaffen, einmalig im 2015 zusätzliche Ansparelemente in das Lebensarbeitszeitmodell „Flexa“ zu übertragen. Es geht um Überzeitsaldi sowie übergesetzliche Ferientage 2015.
 
transfair appelliert an die Zugförderung, dass diese stark belastende Periode für die Lokführenden durch entsprechende Rekrutierungen zur Normalität zurückgeführt werden kann. Die strategische Personal- und Ressourcenplanung scheint uns verbesserungswürdig. Schlussendlich muss ab 2017 auch wieder die Teilzeitmöglichkeit für das Lokpersonal geöffnet werden.
 
Einsatzbereiche
SBB, SBB Cargo International AG