Lohnverhandlungen mit Südostbahn sind gescheitert

Lohnverhandlungen mit Südostbahn sind gescheitert © D.Starmann / fotolia.com
20.11.2015

Das Angebot der Südostbahn (SOB) für die Lohnrunde 2016 schockierte uns: Die fixen Anstiege des Zug- und Lokpersonals müssen gewährt werden, für den Rest des Personals gibt es hingegen nichts. Die Verhandlungsgemeinschaft bestehend aus transfair, SEV und VSLF lehnt das Lohnangebot der SOB geschlossen ab.

Für die  Mitarbeitenden im Aufstieg wird kein Franken für individuelle Lohnerhöhungen zur Verfügung gestellt. Wir haben der Geschäftsleitung von Anfang an klar gemacht, dass wir einen solchen Lohnabschluss keinesfalls akzeptieren und dass eine Nachbesserung des Angebotes gefordert ist. Dennoch hat sich die SOB in den insgesamt vier Verhandlungsrunden nicht bewegt.

Bei allem Verständnis für das finanzielle Korsett der SOB: Eine Nullrunde ist ein herber Schlag für die Mitarbeitenden, die sich täglich für den Erfolg des Unternehmens einsetzen.

Friedenspflicht aufgehoben

Die Verhandlungsgemeinschaft bestehend aus transfair, SEV und VSLF lehnt das Lohnangebot der SOB geschlossen ab. Gemäss GAV Artikel 2.2 entfällt die Friedenspflicht, wenn es bei den Lohnverhandlungen zu keiner Einigung kommt. Dieser Fall ist nun eingetroffen. Die drei Verbände der Verhandlungsgemeinschaft werden in den kommenden Tagen und Wochen gemeinsam, innerhalb ihrer Vorstände und mit ihren Mitgliedern diskutieren, welche Massnahmen als Reaktion auf die Nullrunde ergriffen werden. Klar ist, dass wir dies nicht tatenlos hinnehmen können.                  

Einführung des Lohnsystems erneut gescheitert

Nachdem die Einführung des neuen Lohnsystems letzten Herbst gescheitert war, fanden im ersten Halbjahr verschiedene Gespräche der Sozialpartner statt. Mitte September lag ein Entwurf für ein Lohnsystem vor, der aus Sicht der Verbände eine Grundlage für weitere Verhandlungen war.

Umso mehr überraschte uns vor der ersten Verhandlungsrunde ein Schreiben der Geschäftsleitung, in dem uns mitgeteilt wurde, dass man seitens SOB nicht weiter mit uns über das Lohnsystem verhandeln wolle. Den Entwurf vom September könnten wir also nur noch annehmen oder ablehnen. Diese Haltung können wir in einer Sozialpartnerschaft nicht akzeptieren.

Verantwortung liegt bei der SOB

Die Ausgangslage ist klar: Wir haben einen laufenden GAV mit einem geltenden Lohnsystem. Eine Änderung am GAV kann nur im gegenseitigen Einvernehmen vorgenommen werden. Das gilt auch für die Einführung eines Lohnsystems. Das musste der SOB von Anfang an klar sein: Alle drei Verbände müssen von den Vorteilen eines neuen Lohnsystems überzeugt werden – sonst gibt es kein neues Lohnsystem.
Inhaltlich wollte man uns kein Stück entgegenkommen. Insbesondere nicht, was unsere Hauptforderung beim Lohnsystem angeht: Ein künftiges Lohnsystem muss sicherstellen, dass für sämtliches Personal im Aufstieg die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, um ihnen einen Perspektive zu bieten.

Die Verantwortung für das Scheitern des neuen Lohnsystems liegt bei der SOB, die sich mit der Gesprächsverweigerung ins Abseits manövriert hat.

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