Fako Infrastruktur im Gotthard – Basistunnel

Fako Infrastruktur im Gotthard – Basistunnel © transfair, Hanspeter Hofer
29.04.2015

Ende März besichtigte eine Delegation der Fachkommission Infrastruktur den Gotthard – Basistunnel (GBT) in Faido. Mit zwei Autos wurden sie durch den Zugangsstollen auf einer 1,7 km langen, 14% steilen Talfahrt in den Berg gefahren.

Nachdem die Teilnehmer von Urs Rinderknecht und Franz Schuler begrüsst wurden, fassten sie die orangen Sicherheitsausrüstungen inklusive Selbstretter und Ortungsbadge. Mit zwei Autos wurden sie durch den Zugangsstollen auf einer 1,7 km langen, 14% steilen Talfahrt in den Berg gefahren. Sie besuchten die Querkaverne mit den Technikräumen, den Spurwechsel mit den Hochgeschwindigkeitsweichen sowie die Multifunktionsstelle (MFS) Faido. Die Multifunktionsstellen umfassen die Nothaltestellen, welche im Falle eines Ereignisses im 57 Kilometer langen Tunnel angefahren würden, um die Passagiere und das Personal durch die Fluchtstollen zu evakuieren. Im Notfall wäre eine Evakuierung aber auch durch einen der 176 Querschläge in die andere Fahrröhre möglich. Diese verbinden die West- und die Oströhre alle 325 Meter. Was als erstes auffiel, waren die Höhe der Gewölbe und die Grösse der Anlagen in der MFS Faido, über welcher sich 1200 Meter Fels türmen. Auch das Klima im Tunnel ist speziell, die Temperatur betrug 29 Grad Celsius, sie kann bis 35 Grad ansteigen. Die Nothaltestellen werden separat mit Frischluft versorgt, ein System aus Unterdruck sorgt dafür, dass die Abluft oder gegebenenfalls Rauch abgesaugt wird. Urs Rinderknecht, Oberbauleiter bei AlpTransit Gotthard AG erklärte den Teilnehmern der Führung die Funktionsweise der technischen Anlagen und Franz Schuler ergänzte ihn insbesondere bezüglich Betriebswehr. Er informierte die Fachkommission über Fragen der Sicherheit, die jedoch noch nicht öffentlich sind.
 
Ab dem 1. Oktober 2015 beginnen die Testfahrten unter der Verantwortung der AlpTransit Gotthard AG. Bis zum 31. Mai 2016 sind die Rettungsübungen abgeschlossen, dann wird auf den 1. Juni 2016 der Tunnel und die Verantwortung an die SBB übergeben. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 wird der kommerzielle Betrieb aufgenommen, es werden täglich bis zu 320 Züge den Gotthard – Basistunnel befahren. Ein Reisezug wird dann bei einer Geschwindigkeit von 200 km/h 17 Minuten benötigen, um von Erstfeld nach Biasca oder umgekehrt zu fahren. Zurzeit werden etwa 3900 Mitarbeitende der SBB, aber auch von anderen KTU und Sanität, Feuerwehr und Polizei in 1000 Kursen an fast 20‘000 Ausbildungstagen geschult.   
 
Für die Fachkommission Infrastruktur können sich Mitglieder von transfair melden, die in einem der Geschäftsbereiche der Division Infrastruktur arbeiten. Das Gremium tauscht sich 1 – 2 mal jährlich über die verschiedensten Themen der Division aus.

> Schematische Übersicht vom Gotthard – Basistunnel

© Urs Rinderknecht, AlpTransit

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