Eckwerte des GAV 2015 festgelegt

Eckwerte des GAV 2015 festgelegt © SBB CFF FFS
27.06.2014

Die SBB und die Verhandlungsgemeinschaft der Personalverbände haben sich auf die Eckwerte des neuen Gesamtarbeitsvertrags geeinigt. Da noch Details zu klären sind, werden die Verhandlungen bis September weitergeführt.

Der GAV 2015 ist der fünfte Gesamtarbeitsvertrag seit Gründung der SBB als spezialgesetzliche AG. Nachdem bei der letzten Weiterentwicklung das Lohnsystem im Mittelpunkt gestanden war, ging es diesmal verstärkt um andere Bereiche. In intensiven und hartnäckigen Verhandlungen konnte die SBB zusammen mit den Sozialpartnern die Eckwerte des neuen GAV festlegen. Insgesamt betrachten die Sozialpartner und die SBB das Gesamtpaket als ausgewogen.

In den Schlüsselthemen wie Arbeitszeitgestaltung, Urlaub, Lohn und Zulagen, Umsetzung der Revision Bundespersonalgesetz sowie in der Beruflichen Neuorientierung konnten sich die Parteien einigen. Die wichtigsten Eckpunkte:
 
  • Bundespersonalgesetz (BPG): Änderungen aufgrund der Revision des BPG werden umgesetzt. Allerdings wird grundsätzlich der Kündigungsschutz bei Entlassungen aus wirtschaftlichen Gründen beibehalten.

  • Lohn/Zulagen: Die «Lohngarantie 2011» wird gebunden an die Laufzeit des GAV weitergeführt. Für die systembedingten Lohnanstiege (Lohnentwicklung) verpflichtet sich die SBB, mehr Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Sonntagszulagen werden vereinheitlicht und verbessert, und die SBB verpflichtet sich, Mitarbeitende nach einer Zweitausbildung nicht mehr unter dem Basiswert anzustellen.      

  • Arbeitszeit: Neu ist ein flexiblere Arbeitszeitmanagement möglich.

  • Berufliche Neuorientierung: Die Aufenthaltsdauer wird nicht befristet, jedoch erfolgt ein Übertritt ins Arbeitsmarktcenter (AMC) ab dem vierten Dienstjahr. Ausserdem werden die Zumutbarkeitskriterien dem Arbeitslosengesetz angeglichen. Insbesondere wird der Lohn entlang der Verweildauer schrittweise gekürzt. Lohnkürzungen unter den Maximallohn des Anforderungsniveaus C sind jedoch nicht zulässig


In einer Vereinbarung ausserhalb des GAV haben die Sozialpartner und die SBB eine Regelung für die Temporärmitarbeitenden getroffen: Der Anteil von temporär Beschäftigten darf innerhalb des SBB-Konzerns nicht mehr als 4 Prozent betragen. Temporäre Anstellungen dürfen nicht länger als vier Jahre dauern – nach maximal 4 Jahren temporärer Anstellung muss eine Festanstellung angeboten werden.
Ein Gesamtpaket von drei Pensionierungsmodellen sowie einem Arbeitszeitmodell soll der demographischen Entwicklung, den Flexibilisierungstendenzen im Bereich der Anstellungsbedingungen und den Herausforderungen in besonders belasteten Berufsgruppen gerecht werden.

Damit die letzten Details finalisiert werden können, haben die Sozialpartner und die SBB beschlossen, die Verhandlungen zu verlängern. Ziel ist, die Verhandlungen Mitte September  abzuschliessen.
Einsatzbereiche
SBB, SBB Cargo International AG