Branchenübliche Arbeitsbedingungen im Gütertransitverkehr

Branchenübliche Arbeitsbedingungen im Gütertransitverkehr © SBB
24.02.2016

Der lang erwartete Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts ist eingetroffen: Schienengüterverkehrsunternehmen mit Sitz in der Schweiz müssen sich in Zukunft an den Löhnen der in der Schweiz bestehenden Güterbahnen orientieren. Trotz dieser eindeutigen Bekenntnis gegen die tiefen Löhne der italienischen Lokführer der Crossrail in Brig, verfolgt transfair die Situation im alpenquerenden Güterverkehr weiter aufmerksam.

Positiver Gerichtsentscheid im Fall «Crossrail»
Das Bundesverwaltungsgericht hat richtungsweisend zu Gunsten von Schweizer Löhnen entschieden: Güterbahnunternehmen mit Sitz in der Schweiz müssen sich an den Löhnen der in der Schweiz bestehenden Güterverkehrsunternehmen orientieren. Ausländische Arbeitsbedingungen dürfen nicht miteinbezogen werden. Nun ist das BAV gefordert, branchenübliche Arbeitsbedingungen im Gütertransitverkehr für die Bahnunternehmen mit Sitz in der Schweiz verbindlich festzulegen. Weder vom BAV noch von Crossrail wurde der Entscheid an das Bundesgericht weitergezogen. Das BAV erhebt nun in einem nächsten Schritt die Löhne der Schienengüterverkehrsunternehmen, die grenzüberschreitenden Verkehr fahren und ihren Sitz in der Schweiz haben. Nach der Auswertung ermittelt das BAV einen Mindesteinstiegslohn für Lokführende. Mit einer entsprechenden Richtlinie ist nicht vor 2017 zu rechnen. transfair wird vorgängig in die Anhörung mit einbezogen und setzt sich damit für die Anliegen seiner Mitglieder ein.

Lohnthema bei Crossrail beruhigt sich
Das deutsche Logistikunternehmen Rhenus ist zwischenzeitlich an Crossrail mehrheitsbeteiligt. Durch den Eignerwechsel hat sich offensichtlich das Lohnthema beruhigt und es werden langfristigere Ziele verfolgt. Mit dem Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts hat das Produktionsmodell nicht mehr die gleiche Attraktivität. Die zu erwartende BAV-Regelung hat dann hoffentlich positive Konsequenzen auf das Lohnniveau der in Brig angestellten Lokführer. Für transfair wird unter Einbezug der BAV-Regelung das Thema eines GAV für die Güterbahnen mit Sitz in der Schweiz wieder konkreter.
 
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