Branchenkongress: Zeiten der Veränderung

Branchenkongress: Zeiten der Veränderung © transfair
30.10.2015

Der Branchenkongress Öffentlicher Verkehr vom 28. Oktober 2015 stand ganz im Zeichen von «Zeiten der Veränderung». transfair Präsident Stefan Müller-Altermatt betonte es bei seiner Begrüssung: In der Branche wie auch in der Politik werden viele Veränderungen auf transfair und seine Mitglieder zukommen.

Neue Branchenstrukturen

Um die anspruchsvollen Herausforderungen anzugehen, hat der Kongress eine neue Branchenstruktur gutgeheissen. Branchenleiter Bruno Zeller hat die Wichtigkeit einer gut organisierten Branche betont – denn nur gemeinsam kann man sich gegen Angriffe auf Löhne und Anstellungsbedingungen wappnen. Der Branchenpräsident Werner Rüegg ist mit einem Glanzresultat erneut gewählt worden. Er hat angekündigt, den ebenfalls bestätigten Branchenvorstand weiterhin mit viel Engagement zu präsidieren.

Spannende Inputs der ausländischen Gäste

Dass die Situation im öffentlichen Verkehr nicht nur in der Schweiz herausfordernd ist, haben die Reden der ausländischen Gäste aus Luxemburg und Österreich gezeigt. Die österreichische Gewerkschaft FCG vida hat dem österreichischen Parlament im September 2015 eine Bürgerinitiative überreicht. FCG vida fordert, dass gewisse Qualitäts- und Sozialstandards bei der Vergabe von Linien im Bundesvergabegesetz verankert werden. Ein wichtiger Schritt gegen das Lohndumping ist dort also bereits getan! Aus Luxemburg haben wir von der Syprolux erfahren, dass Lokführer ihre Arbeitskraft als Scheinselbständige anbieten!

Hochkarätige Gäste auf dem Podium

Das Thema «Angriff auf Schweizer Bahnlöhne und Arbeitsplätze verhindern» – geprägt vom noch offenen Gerichtsentscheid im Falle Crossrail – hat spannende Voten versprochen. Wie bereits letztes Jahr, hat die Moderatorin Myriam Holzner gekonnt durch das Podiumsgespräch geführt, an dem Andreas Meyer (CEO SBB), Dirk Stahl (CEO BLS Cargo), Peter Füglistaler (Direktor Bundesamt für Verkehr, BAV), Stefan Müller-Altermatt (Nationalrat und Präsident von transfair) und Bruno Zeller (transfair Branchenleiter) teilgenommen haben.

Auf die Frage, wie denn die Einschätzung im Fall Crossrail sei, antwortet Peter Füglistaler: «Das BAV ist der Meinung, dass kein Lohndumping betrieben wird und wir sind nun gespannt, ob wir die Situation richtig eingeschätzt haben». Anders sieht dies – nebst dem Publikum – auch Stefan Müller-Altermatt. Er weist darauf hin, dass bei Crossrail keine branchenüblichen Löhne bezahlt werden. Bei einem Entscheid, der die Auftrennung der Branche in Binnengüter- und Transitverkehr gutheisst, werden gewerkschaftliche Interventionen und der Weiterzug vor Bundesgericht wahrscheinlich. Dirk Stahl betont, dass es ihm wichtig sei, auch nach dem gerichtlichen Entscheid an den guten Arbeitsbedingungen festzuhalten – trotz verstärktem Wettbewerb auf und neben der Schiene. Andreas Meyer unterstützt ihn mit der Aussage, dass der Wettbewerb auf keinen Fall auf dem Rücken des Personals ausgetragen werden dürfe. Das Liberalisierungstempo sei zu drosseln. Ausserdem habe er sich im vorliegenden Fall gewünscht, dass das BAV mit verbindlichen Richtlinien klar Stellung zur Branchenüblichkeit bezogen hätte.

Kongressresolution verabschiedet

Zum Abschluss des intensiven Tages hat der Branchenkongress eine Resolution mit der Forderung nach einem Branchen-GAV für den Schienenverkehr in der Schweiz verabschiedet – und zwar ohne Unterscheidung zwischen Binnen- und Transitverkehr. > hier geht es zur Resolution
 
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