Berufsinvalidenversicherung gerettet!

Berufsinvalidenversicherung gerettet! © SBB CFF FFS
12.12.2016

transfair und die weiteren Sozialpartner haben sich in einer Vereinbarung mit der SBB geeinigt, die zuerst einseitig von der SBB angekündigten Sparmassnahmen im Personalbereich abzuwenden oder sozialverträglicher umzusetzen. Dabei bleibt die Berufsinvalidenversicherung längerfristig erhalten und die Risikobeiträge in der Pensionskasse SBB (PK) bleiben weiterhin disparitätisch aufgeteilt.

Berufsinvalidität bleibt unverändert bestehen
Im Rahmen der Sparmassnahmen «RailFit 20/30» hat die SBB erwogen, die Berufsinvalidenversicherung in der PK abzuschaffen oder zumindest die Anspruchsbedingungen markant zu verschärfen. Nachdem transfair sich vehement gegen dieses Vorhaben gestemmt hatte, konnte in mehreren Gesprächen diese wertvolle Versicherung in der heutigen Form bis mindestens Ende 2022 gerettet werden und in einer sozialpartnerschaftlichen Vereinbarung verankert werden. Aktuelle Fälle zeigen, dass die Berufs-IV vor allem bei Berufen mit körperlich hoher Belastung notwendig ist und sie keineswegs Fehlanreize bei Mitarbeitenden schafft. Besonders in Hinblick auf den zu erwartenden Gegendruck der Sozialpartner und der nicht zu unterschätzenden Signalwirkung auf andere Unternehmen im Service Public, hat die SBB die vorsorgliche Kündigung der Berufs-IV zurückgezogen.

Die Vereinbarung der Sozialpartner mit der SBB sieht weiter vor, dass eine paritätische Arbeitsgruppe den Reintegrationsprozess analysiert, um die Prozesse und die Reintegrationsquote zu verbessern. Ziel des Prozesses ist es, Mitarbeitende mit gesundheitlichen Problemen wieder in die Arbeitswelt zu integrieren. Dies kann an der selben Stelle oder in einem anderen Aufgabenfeld erfolgen.

Überwälzung von Risikobeiträgen auf die Mitarbeitenden abgeschwächt
Ebenfalls im Spiel war die einseitige Ankündigung der SBB, ab 1. Januar 2017 die aktuell von ihr ganz getragenen 2 Prozent für die Risikobeiträge in der PK neu paritätisch aufzuteilen. Dieses Vorhaben stiess bei den Mitarbeitenden auf massive Kritik, da die Übernahme vom 1-Prozent–Risikobeitrag rund 0.8 Prozent mehr Lohnabzug bedeutet hätte. Da die Beitragsaufteilung im PK-Reglement festgelegt ist, kann eine Neuaufteilung nur mittels Beschluss des Stiftungsrates im Reglement geändert werden. Der Stiftungsrat ist der Empfehlung aus der sozialpartnerschaftlichen Vereinbarung gefolgt und hat die Beitragsaufteilung weiterhin disparitätisch beschlossen: 1.5 Prozent übernimmt die SBB, 0.5 Prozent übernehmen neu die Mitarbeitenden, was einem Lohnabzug von rund 0.4 Prozent entspricht. Um dem Sparauftrag der SBB ebenfalls Rechnung zu tragen, hat der Stiftungsrat weiter beschlossen, die Verwaltungskosten neu der Pensionskasse zu übertragen, wie dies üblich ist. Näheres erfahren Sie von Branchenleiter, Bruno Zeller.
 
 
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