Angriff auf Schweizer Bahnlöhne verhindern!

Angriff auf Schweizer Bahnlöhne verhindern! SBB CEO Andreas Meyer und BLS Cargo CEO Dirk Stahl auf dem transfair Podium © transfair
29.10.2015

Der Branchenkongress vom 28. Oktober 2015 fordert verstärkte Massnahmen zum Schutz der Anstellungsbedingungen im Eisenbahnverkehr Schweiz. Für transfair ist aber klar: Lohndumping im schweizerischen Schienenverkehr darf nicht akzeptiert werden.

Das Thema beschäftigt transfair schon länger: Bereits der transfair Gesamtkongress 2015 hat gefordert, dass kein Lohndumping im Schienenverkehr zugelassen werden darf. Unterstützt werden wir dabei von Travail.Suisse, der Dachverband hat das Thema in seine Legislaturplanung aufgenommen.
 
Auch die CEOs der SBB und der BLS Cargo haben an unserer Podiumsdiskussion diesen Standpunkt vertreten und auf den Wettbewerbsdruck sowie auf die Gefahr einer überstützten Auftrennung zwischen Binnen- und Transitverkehr hingewiesen.
 
Wie die Branchenüblichkeit der Anstellungsbedingungen gemäss Eisenbahngesetz zu definieren und auszulegen ist, ist gerichtlich noch nicht entschieden. Für transfair ist klar: Lohndumping im schweizerischen Schienenverkehr darf nicht akzeptiert werden. Wir verlangen, dass die wertvollen Schweizer Anstellungsbedingungen mit aller Kraft geschützt werden.
 
Der Branchenkongress ist zudem unzufrieden darüber, dass im Fall Crossrail das Freizügigkeitsabkommen Schweiz – EU bisher nicht näher betrachtet wurde: Dort findet sich nämlich ein klares Diskriminierungsverbot von ausländischen Mitarbeitenden gegenüber ihren Schweizer Kollegen in Sachen Entlohnung und Anstellungsbedingungen. Diesen Aspekt will transfair nicht aus den Augen verlieren.

Forderungen

Der Branchenkongress Öffentlicher Verkehr von transfair fordert:
  • einen Branchen-GAV für den Schienenverkehr in der Schweiz ohne Unterscheidung zwischen Binnenverkehr und Transitverkehr;
  • auf politischer Ebene fordern wir eine Präzisierung des Eisenbahngesetzes bezüglich der Definition von branchenüblichen Anstellungsbedingungen;
  • ausserdem soll die Diskussion über eine Schweizer Residenzpflicht für alle Eisenbahnverkehrsunternehmen, die Angebote auf Schweizer Schienen durchführen, aufs politische Parkett kommen.
> Resolution
Einsatzbereiche
BLS, SBB, SBB Cargo AG, SBB Cargo International AG