Sozialpartnertreffen: Zukunft von Agroscope im Fokus

Sozialpartnertreffen: Zukunft von Agroscope im Fokus © Agroscope | Agroscope Posieux
13.06.2018

Am 5. Juni 2018 traf sich transfair erstmals mit Eva Reinhard, der neuen Leiterin von Agroscope, zum Sozialpartnergespräch. Das Thema: Die Zukunft der Forschungsanstalt und der dezentralen Standorte mitsamt den dort beschäftigten Mitarbeitenden.

Die Zukunft der Forschungsstandorte von Agroscope war das zentrale Thema des Sozialpartnertreffens vom 5. Juni 2018. transfair äusserte dabei ein weiteres Mal seine Sorge um die Situation der rund 600 Mitarbeitenden auf den zahlreichen Standorten. Rege diskutiert wurde, ob die vorgesehene Konzentration die Forschung effektiv stärken würde. Zweifel, die offenbar auch von anderen Akteuren geteilt werden.
 
Vieles blieb im Gespräch noch vage: Durch den momentanen Druck, dem sich Agroscope ausgesetzt sieht, verlangsamt sich der gesamte Reorganisationsprozess. Es werden zusätzliche Analysen der Situation nötig. Mit aussagekräftigeren Informationen zur Zentralisierung kann wohl erst gegen Ende Jahr gerechnet werden.
 
Klar ist momentan soviel: Die Weichen für die benötigte Infrastruktur in Posieux dürften nicht vor 2020 gestellt werden. Und definitiv entschieden ist noch nichts. Das Geschäft muss nochmals vom Bundesrat behandelt werden. Ob dies noch diesen Sommer geschehen wird, ist allerdings noch nicht klar.
 
Agroscope ist sich der grossen Bedeutung der Versuchsflächen für die Forschung bewusst. Und diese befinden sich nun einmal in Tänikon, Changins oder Wädenswil und lassen sich nicht nach Posieux verlegen. Entsprechend versuchte Agroscope die Sorgen zu relativieren; zumindest einige der heutigen Standorte sollen nicht gänzlich aufgegeben werden, sondern in reduzierter Form, rein auf die vor Ort zwingend notwendige Forschung beschränkt, weiterbestehen. Wie diese ausgestaltet sein werden oder ob auch noch regionale Zentren bestehen bleiben, ist ebenfalls noch Objekt von Diskussionen.
 
Auch Politik bleibt aktiv
Mittlerweile hat sich der Widerstand gegen die Konzentration der Forschungsstandorte auch in der Politik formiert. Aus allen politischen Lagern wurden seit der unglücklich verlaufenen Information über die Zentralisierungsabsichten rund ein Dutzend Vorstösse eingereicht.
 
Mit je der Motion «Strategie zur Entwicklung von Forschung, Züchtung und Beratung für die schweizerische Land- und Ernährungswirtschaft» der nationalrätlichen Kommission für Wirtschaft und Abgaben und der Motion «Es soll gesetzlich verankert werden, dass die landwirtschaftliche Forschung auf die regionalen Gegebenheiten ausgerichtet sein muss» von Géraldine Savary im Ständerat wurden nun die ersten Vorstösse vom Parlament behandelt und von den jeweiligen Räten mit klaren Mehrheiten angenommen. Die Politik sendet ein klares Signal: Ja zum Erhalt von dezentralen Forschungsstandorten dafür Marschhalt bei der Zentralisierung!
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