Sieg und Niederlage für den Bildungs- und Forschungsplatz Schweiz

Sieg und Niederlage für den Bildungs- und Forschungsplatz Schweiz © ETH Zürich / Alessandro Della Bella
20.02.2017

Seit Anfang Jahr können Forschende jubeln, denn die Schweiz ist wieder zum europäischen Forschungsprogramm Horizon2020 assoziiert. Derzeit wird jedoch auch bekannt, dass der Bundesrat die Verhandlungen mit der EU zum europäischen Austauschprogramm «Erasmus+» unterbrochen hat. Nonsens, findet transfair!

Nach der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative tönte es im Bildungs- und Forschungsbereich der Schweiz drei Jahre lang unisono: Der Ausschluss der Schweiz aus den europäischen Programme «Erasmus+» und «Horizon2020» ist schädlich. Schädlich für die Hochschulen – mitunter den Eidgenössisch technischen Hochschulen (ETH) – die Innovationsfähigkeit der Schweiz, für die Wirtschaft und nicht zuletzt für die Auszubildenden (Lernende und Studierende). Voraussetzung für die vollständige Assoziierung der Schweiz an den EU-Bildungsprogrammen ist die Fortführung der Personenfreizügigkeit und die kürzlich beschlossene Erweiterung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien.

Aufatmen bei «Horizon2020»
Erleichterung also bei den Forschenden und den ETH, dass die Schweiz seit anfangs Jahr wieder Teil des Forschungsprogramms Horizon2020 ist. Erleichterung vor allem auch, weil Wissenschaft und Forschung stark international ausgerichtet sind und diese Ausrichtung nun weiterverfolgt werden kann. Die europäischen Forschungsgelder in der Höhe von 2‘482 Millionen Franken kamen zwischen 2007 und 2013 zu 39 Prozent den ETH, zu 28 Prozent den Universitäten, zu 3 Prozent den Fachhochschulen und zu 22 Prozent den Unternehmen zugute.
 
Austauschprogramm «Erasmus+» in Schieflage
Die Unsicherheit beim EU-Programm «Erasmus+» für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport bleibt allerdings weiter bestehen. Obschon der Bund zwischen 2014 und 2016 eine Übergangslösung für das Austauschprogramm für Schüler, Lernende und Studierende auf die Beine stellte, kam es zu einem deutlichen Rückgang der Nachfrage in allen Bildungsbereichen. Nun will der Bund diese Übergangslösung bis 2020 weiterführen anstatt eine Vollassoziierung anzustreben. transfair und seine Jugendorganisation, jeunesse.suisse, sind überzeugt: es ist keine erstrebenswerte Lösung, nur als Drittstaat bei «Erasmus+» mitzuwirken.
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