PUBLICA: Kein Ausspielen von Abfederungs- gegen Lohnmassnahmen!

PUBLICA: Kein Ausspielen von Abfederungs- gegen Lohnmassnahmen! © tunedin/fotolia
22.09.2017

Mit der Senkung des technischen Zinssatzes der PUBLICA drohen den Versicherten Verluste auf ihren zukünftigen Renten. Der Bund als Arbeitgeber will dies mit 200 Millionen Franken abfedern. Das ist richtig so, wird die berufliche Vorsorge ja von Arbeitgeber und Arbeitnehmenden gemeinsam getragen. Nicht richtig ist hingegen, dass er dafür auch die Mittel für den Teuerungsausgleich auf den Löhnen verwenden will.

Der Bundesrat hat heute entschieden, die Anpassung der technischen Grundlagen der PUBLICA mit insgesamt 200 Millionen Franken abzufedern. Denn ohne solche Massnahmen drohen künftig massive Renteneinbussen von rund zehn Prozent. 

Für transfair ist deshalb klar: Es braucht eine solche namhafte Beteiligung des Arbeitgebers. Die Reserven der PUBLICA reichen alleine nicht aus, um die drohenden Rentensenkungen aufzufangen. Ohne eine Erhöhung der Sparbeiträge und ohne Einmaleinlagen durch den Arbeitgeber geht es deshalb nicht. Darum ist es absolut richtig, dass der Bundesrat entschieden hat, insgesamt 200 Millionen Franken aufzuwenden.

Abfederungsmassnahmen nicht auf Kosten der Mitarbeitenden!
Nicht richtig ist es aber, wenn der Bundesrat einen Teil seiner Aufwendungen nun durch die Arbeitnehmenden bezahlen lassen will, indem er die für die Lohnmassnahmen eingestellten finanziellen Mittel dafür verwenden will.

Die Arbeitnehmenden leisten bereits über die Reserven der PUBLICA, über eine mögliche Senkung des Deckungsgrades und über die nicht ausfinanzierten Rentenverluste einen erheblichen Beitrag. Nach zwei Jahren ohne generelle Lohnmassnahme und angesichts einer voraussichtlichen Teuerung von 0,5 Prozent ist eine Lohnmassnahme zudem überfällig.

transfair wehrt sich deshalb gegen diesen Entscheid. Der Bund muss seine Verantwortung wahrnehmen und seinen Beitrag zur Abfederung leisten. Aber nicht indem er die Rechnung dafür von seinen Mitarbeitenden bezahlen lässt.