Leistungsbezogene Vergütung im ETH-Bereich bedroht

Leistungsbezogene Vergütung im ETH-Bereich bedroht © transfair
04.10.2016

Das erste der beiden Gespräche zwischen dem ETH-Rat und den Personalverbänden hat diesen Sommer stattgefunden. Analog zu den dunklen Wolken am Horizont des schweizerischen Hochschulwesens sind die Lohnperspektiven für die Angestellten der ETH im nächsten Jahr wenig verheissungsvoll.

Das vorgesehene jährliche Wachstum im Bereich der Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) beträgt nur 1,5 Prozent, während neue Herausforderungen und internationale Konkurrenz nicht auf sich warten lassen. Für die kommenden Jahre sind nur geringe Investitionen des Bundes zu erwarten und die Teilnahme der Schweiz am europäischen Forschungsprogramm «Horizon 2020» ist weiterhin unsicher. Im Rahmen der Finanzplanung hat der ETH-Rat (ETHR) bereits im März 2016 angekündigt, den Anteil der Gesamtlohnsumme, welcher der individuellen Lohnsteuerung zugewiesen ist, von 1,2 Prozent auf 0,6 Prozent zu halbieren. Angesichts der politisch geforderten Haushaltskürzungen für die Jahre 2017 bis 2019 handle es sich um einen unangenehmen, aber notwendigen Beitrag des Personals an die Sparbemühungen des Bundes.
 
Das Lohnsystem ad absurdum geführt
Die Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI) 2017-2020 wird im Parlament parallel zum Stabilisierungsprogramm des Bundesrates behandelt. Für transfair ist klar: Ein Kahlschlag beim individuellen Gehaltsaufstieg muss vermieden werden. Vor allem auch, weil dies die jährliche Beurteilung und die im Lohnsystem vorgesehene leistungsbezogene Vergütung ad absurdum führt. Allein die erfahrungsbezogene Lohnentwicklung erfordert ca. 0,5 Prozent des Personalkredits. Aus diesem Grund fordert transfair den ETHR auf, seine Entscheidung zu überdenken.
 
Für echte Verhandlungen mit den Personalverbänden
«Lohnverhandlungen» können nicht als solche bezeichnet werden, wenn die Verantwortlichen Entscheidungen zum Personalkredit vorzeitig und über die Köpfe der beteiligten Parteien hinweg fällen. Es ist wichtig, dass die Sozialpartner in die Entscheidungen des ETHR und der Institutionen des Bereichs miteinbezogen werden. sowohl bei Fragen zum Personal im und auch ausserhalb des Lohnsystems. Wir fordern den ETHR auf, einen Spielraum für die kommenden Verhandlungen im November zu definieren und dabei zu berücksichtigen, wie wichtig ein Zeichen zu Gunsten des Personals ist. Sei es in Form von Lohnzuschüssen oder nicht-monetärer Form Art. Es wäre in jedem Fall nicht akzeptabel, wenn die um die Hälfte verringerte individuelle Lohnsteuerung über das nächste Jahr hinaus weitergeführt würde. transfair unterstützt politische Bestrebungen, die weiterhin ein hohes Wachstumsniveau im Bereich BFI aufrechterhalten wollen, denn es handelt sich hier um eine konkrete Investition zu Gunsten des Service Public
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