Jahrestreffen OZD: Digitalisierung und Migrationsdruck

Jahrestreffen OZD: Digitalisierung und Migrationsdruck © Eidgenössische Zollverwaltung EZV
07.02.2017

Mitte Januar traf sich transfair mit dem Oberzolldirektor (OZDir) Christian Bock zum jährlichen Austausch. Ausgetauscht haben sich die Sozialpartner über die Digitalisierung, Sparmassnahmen, den Migrationsdruck an der Grenze sowie weitere Themen zum Personal.

Die Digitalisierung macht auch vor der Bundesverwaltung nicht Halt. Am Jahrestreffen der Oberzolldirektion (OZD) informierte der OZDir die Personalverbände über DazIT und den Zoll 4.0. Bei DazIT handelt es sich um ein Transformationsprojekt, mit dem über die nächsten zehn Jahre der Zoll auf die digitale Zukunft ausgerichtet werden soll.
DazIT wird für die Mitarbeitenden des Zolls einiges an Veränderung bringen. Die OZD versicherte aber, dass es durch DazIT zu keinen Entlassungen kommen soll. Der Prozess werde durch den Arbeitgeber eng begleitet, die Mitarbeitenden werden entsprechend weitergebildet. Die Personalverbände werden ebenfalls mit an Bord sein. Erste Entscheide zu einem entsprechenden Verpflichtungskredit wird der Bundesrat im Februar 2017 treffen.

Sparmassnahmen ohne Entlassungen umsetzen
Deutlich kürzer als bei DazIT ist der Zeithorizont bei den Sparmassnahmen s. Neben der Umsetzung des Stabilisierungsprogrammes 2017 – 2019 muss nun auch der Einschnitt des Parlaments beim Budget – in der Wintersession setzte der Nationalrat eine Kürzung von 50 Millionen Franken beim Personalkredit durch – bewerkstelligt werden. Die OZD prüft momentan verschiedene Massnahmen. Diese Kürzungen sollen ohne Entlassungen umgesetzt werden. Kein Thema soll zudem die Ausbildung sein, die Klassen in Liestal sollen mindestens in einer reduzierten Form durchgeführt werden. Auch hier ist ein Einbezug der Personalverbände vorgesehen.

Migrationsdruck an der Grenze wird steigen
Im vergangenen Jahr hat das Grenzwachtkorps (GWK) rund 55‘000 Fälle im Zusammenhang mit Migration behandelt. Für 2017 wird mit einer Zunahme der Fälle gerechnet. Das GWK bereitet sich entsprechend vor. So wurden Prozesse und die Planung optimiert, kurzfristige Schwergewichtsaktionen werden durch nachhaltigere Verstärkungseinsätze abgelöst. Zur Diskussion steht momentan zudem eine Unterstützung des GWK durch die Militärische Sicherheit (MilSich).

Keine Vorgaben bei Personalbeurteilung
Bei der individuellen Lohnentwicklung wird die OZD ihre Möglichkeiten ausschöpfen. Angesichts der anhaltenden Sparwut im Parlament und der fehlenden generellen Lohnmassnahmen auf Stufe Bund in den vergangenen Jahren ein wichtiges Zeichen für das Personal! Zudem bekräftigt die OZD, dass es bei den Personalbeurteilungen keine Vorgaben gibt. Die Beurteilung erfolgt also nach Leistung und nicht nach zu erfüllenden Quoten.