Grenzwächter sind wütend und beschliessen Resolution

Grenzwächter sind wütend und beschliessen Resolution © Eidgenössische Zollverwaltung
07.09.2017

An der ersten ausserordentlichen nationalen Versammlung der Grenzwächterinnen und Grenzwächter in Olten vom 5. September 2017, machten die rund 130 Anwesenden ihrem Unmut Luft. Der Plan des Bundesrates, das Pensionierungsalter auch für Grenzwächter/-innen um weitere fünf Jahre zu erhöhen, ruft den Protest der Grenzwächter hervor. Einstimmig haben sie eine Resolution verabschiedet.

Die Grenzwächterinnen und Grenzwächter sind wütend. Die Übergangsfrist für die Erhöhung des Pensionierungsalters auf 60 ist noch nicht abgelaufen und schon plant der Bundesrat eine weitere Erhöhung: dieses Mal sogar um fünf Jahre. Zukünftig sollen diejenigen, die bei Wind und Wetter unsere Grenze verteidigen, erst mit 65 Jahren das Rentenalter erreichen.
 
Für Roland Liebi, Zentralpräsident von Garanto, unverständlich: «Die psychischen und physischen Anforderungen an die Grenzwächterinnen und Grenzwächter sind überdurchschnittlich! Der 24-Stunden-Betrieb und das in den letzten Jahren erneut schwierigere Umfeld mit Einwanderungswellen, Kriminalitätsbekämpfung und Wirtschaftstourismus gehen an den wenigsten spurlos vorbei.»
 
Sollte der Plan des Bundesrates umgesetzt werden, würde dies erhebliche  Folgekosten auslösen. Da ein Verbleib in den angestammten Funktionen nach dem 60. Altersjahr wenig wahrscheinlich ist, müssten neue Stellen im rückwärtigen Bereich geschaffen werden. Stefan Müller-Altermatt, Präsident von transfair: «Nach heutigem Stand müssten rund 200 administrative Stellen neu geschaffen werden. Weiter müssten die Berufskarrieren von Grenzwächterinnen und Grenzwächter komplett neu konzipiert, das Ausbildungsmodell und die Weiterbildung angepasst werden.»
 
Mit der Resolution wird der Bundesrat erneut offiziell aufgefordert, den Plan, das Pensionierungsalter zu erhöhen, zu stoppen. Sollte der Bundesrat diesem Begehren nicht stattgeben, haben die Teilnehmenden der ersten ausserordentlichen nationalen Versammlung der Grenzwächterinnen und Grenzwächter nicht ausgeschlossen, weitere Massnahmen zu ergreifen.