Entwicklung statt Revolution

Entwicklung statt Revolution ©ETH Zürich
14.04.2016

Das neue Lohnsystem des ETH-Bereichs wurde einer gründlichen Prüfung unterzogen. Es soll nun nicht revolutioniert, sondern weiterentwickelt werden. Gemeinsam mit dem Personalverband des ETH-Bereichs hat transfair anlässlich der Vernehmlassung dazu Stellung bezogen.

Das neue Lohnsystem wurde 2006 in den eidgenössischen technischen Hochschulen eingeführt und nun gründlich untersucht. Die Evaluation, zu der transfair gemeinsam mit dem Personalverband des ETH-Bereichs Stellung bezogen hat, legt die Stärken und Schwächen des derzeitigen Lohnsystems an den Tag.

Positiv wird zum Beispiel die Gleichbehandlung von Frau und Mann beim Lohn bewertet, sowie die Akzeptanz des Lohnsystems durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aus der Evaluation gehen jedoch auch Unterschiede in der Umsetzung des neuen Lohnsystems in den verschiedenen Einheiten des Bereichs hervor. Das Instrument der Leistungsbeurteilung wird jedoch kritisch beurteilt. Die Relevanz der Leistungsbeurteilung und der leistungsorientierten Vergütung in einem Ausbildungs- und Forschungsinstitut ist grundsätzlich fraglich.

Ausserdem stehen die Budgetkürzungen des Bundes im Mittelpunkt der zukünftigen Debatte, insbesondere wenn es darum geht, die erfahrungsbezogene Lohnentwicklung zu revidieren. Im Rahmen der Evaluation wird der Erfahrungsanstieg über 15 Jahre und in drei Schritten in Frage gestellt, aufgrund dessen ein Grossteil der Mitarbeitenden an der Obergrenze ihrer Lohnklasse festsitzen.

Innerhalb von Arbeitsgruppen, in denen mehrere Funktionen vertreten sind, müssen die ETHs und die Forschungsinstitute Optimierungsmassnahmen für jede einzelne Institution einführen. Die Frage nach dem Zufriedenheitsgrad mit dem Lohnsystem soll in die Mitarbeiterbefragungen eingebaut werden. transfair wird die Entwicklungen in den Institutionen aufmerksam verfolgen und erwartet von den ETH-Institutionen, regelmässig über dieses entscheidende Element der Personalpolitik im ETH-Bereich informiert zu werden.